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Fiat Freemont Präsenz in den größeren Klassen

| Autor / Redakteur: sp-x / Vera Scheid

Durch die Kooperation mit Chrysler kann Fiat seine Modellpalette preisgünstig auffüllen. Als erstes Modell mit US-Genen kommt nun der große Van Freemont nach Europa.

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Fiat hat eine Lücke. So stark die Marke in der Klein- und Kompaktwagenklasse aufgestellt ist, so ausgedünnt ist das Angebot von Mittelklasse-Limousinen oder Vans. Die dort angesiedelten Modelle Croma, Ulysse und Multipla sind in den vergangenen Jahren ausgelaufen. Eine Neuentwicklung ist jedoch kostspielig. Warum also nicht Allianzen und Anteile bei anderen nutzen um die Lücke auszubügeln?

Freemont heißt der neue Van, der Fiat wieder in größeren Klassen präsent macht. Er basiert auf dem Journey der zum Fiat-Konzern gehörenden Marke Chrysler, einem Viertürer mit sieben Sitzen und sehr variablem Innenraum. Zu Preisen ab 25.990 Euro startet der Freemont am 10. September in Deutschland.

Runderneuerung für den europäischen Markt

Für den Einsatz in Europa hat Fiat den Freemont – er ist eine der ersten Limousinen der Marke mit einem englischen Namen – rundum erneuert. Ein aufgefrischtes Gesicht und vor allem ein sehr gelungener Innenraum erfüllen die Anforderungen der Kunden in Europa. Fahrwerk und Lenkung wurden neu abgestimmt, der Federungskomfort ist anständig, das Volant dreht sich jedoch fast zu leicht, vermittelt wenig Gefühl für die Fahrbahn.

Bis zu 1.461 Liter Kofferraumvolumen

Punkten kann der Freemont mit Variabilität. Seine sieben Sitze lassen sich in 32 verschiedenen Konfigurationen aufstellen, das Transportvolumen kann harmonisch zwischen den Anforderungen an Personen- oder Gepäckbeförderung eingerichtet werden. 136 bis 1.461 Liter passen in den Kofferraum, ein Staufach unter seinem Boden bietet zusätzlichen Platz. Der Sitzkomfort ist vorne und in der mittleren Reihe sehr gut, wie bei den meisten Siebensitzern dieser Klasse in der letzten nur für den Nachwuchs angemessen.

Schwerer Brocken

Der 4,89 Meter lange Freemont ist ein schwerer Brocken. 1.874 Kilogramm wiegt er unbeladen, fast 2,5 Tonnen darf er maximal auf die Waage bringen. Dabei enttäuscht die sehr magere Anhängelast. Lediglich 1.100 Kilogramm gestattet Fiat zur Zeit, daran wolle man im Zuge von Modellpflegemaßnahmen noch arbeiten, verspricht der Hersteller. Die beiden Diesel – die Vierzylinder werden bei Fiat gefertigt und im mexikanischen Chrysler-Werk Toluca eingebaut – arbeiten laufruhig und durchzugsstark, haben mit dem Gewicht keine Mühen. Die Version mit 103 kW/140 PS beschleunigt den Freemont in 12,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dem kräftigeren Motor mit 125 kW/170 PS gelingt die Übung in 11 Sekunden. Beide liefern 350 Nm Drehmoment und verbrauchen 6,4 Liter im Messzyklus. Sie werden mit einem manuell geschalteten Sechsganggetriebe kombiniert.

Zwei Ausstattungslinien

Zwei Ausstattungslinien bietet Fiat an. Schon die Basisversion bekommt ABS und ESP, Berganfahrhilfe, Wärmeschutzverglasung, Leichtmetallräder ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie ein CD-Radio serienmäßig. Beim Freemont Urban für 27.290 Euro gehören außerdem eine Bluetooth-Freisprechanlage, ein elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Lichtsensoren, Parksensoren hinten und ein Lederlenkrad dazu. Sinnvoll ist die in allen Modellen eingebaute Sitzerhöhung für Kinder, die zu mehr Sicherheit durch einen besser angepassten Sitzgurt führt.

5.000 Modelle sollen in Deutschland verkauft werden

30.000 Freemont will Fiat in Europa verkaufen, in Deutschland rechnet man mit 5.000 Zulassungen im Jahr. Den Anreiz, sich für einen Freemont zu entscheiden, wird neben dem ausgesprochen günstigen Preis die für den Herbst avisierte Allradversion steigern. Dann wird der amerikanische Fiat-Freund auch ein sechsstufiges Automatikgetriebe und vor allem eine adäquate Anhängelast bekommen.

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