IAA 2013 Preh: Bedienkonzepte für das Automobilinterieur

Redakteur: Michael Ziegler

Wie setzt man die neuen Bediengewohnheiten mobiler Kommunikationsgeräte auf sichere Art und Weise ins Automobil-Cockpit um? An solchen und ähnlichen Herausforderungen arbeitet der Bediensystemspezialist Preh bei der Konzeption von Mittelkonsolen.

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Porsche Panamera Sport Turismo Concept.
Porsche Panamera Sport Turismo Concept.
(Foto: Porsche)

Seit der IAA Frankfurt 2007 hat die Preh GmbH wiederholt komplette Mittelkonsolen-Konzepte mit innovativen Bedienmöglichkeiten präsentiert. Dabei liegt der Fokus nicht so sehr auf der Entwicklung neuer Ansätze für die Automobile im Jahr 2030. Vielmehr konzentriert sich die Entwicklungsarbeit von Preh auf evolutionäre Schritte, immer mit Blick auf eine mittelfristig erreichbare Serientauglichkeit.

Jochen Ehrenberg, Geschäftsführer Produktentwicklung, erklärt: „In den letzten sieben Jahren haben es auf diese Weise diverse Preh-Technologiekonzepte zur Serienreife geschafft. Dazu gehören beispielsweise die von uns erstmals 2007 vorgestellte Black-Panel-Oberfläche oder die Magnethaptik. Beide Technologien haben sich heute bereits in unterschiedlichen Applikationen millionenfach in Serie bewährt, so zum Beispiel in allen BMW-Modellen der 5er, 6er und 7er Baureihe. Aber die Entwicklung geht auch hier beständig weiter. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung derartiger Oberflächen und Haptiken.“

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Die nächste Evolutionsstufe hatte der Automobilzulieferer bereits 2011 eingeläutet, mit einer Mittelkonsolen-Oberfläche aus Echtglas. Diese Idee war an sich nicht neu. Jedoch wurden in der Studie von Preh erstmals großflächige 3D-Glasoberflächen mit Black-Panel-Design in einer Mittelkonsole realisiert. Hier zeichneten sich bereits 2011 einige Trends kommender Fahrzeuggenerationen ab. Die zur Paris Auto Show 2012 von Porsche vorgestellte Konzeptstudie Panamera Sport Turismo präsentierte sich im Innenraum mit einer tiefschwarzen Mittelkonsole im Hightech-Look mit Echtglasoberfläche.

Mittelkonsolenkonzept 2013

Im nunmehr vorliegenden Mittelkonsolenkonzept 2013, das erstmals auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vorgestellt wird, gingen die Entwickler um Preh-Vorentwicklungschef Dr. Matthias Lust einen Schritt weiter: Sie entwickelten eine Black-Panel-Oberfläche, die Kunststoff und Echtglas kombiniert. Der Clou dabei: Die Bedienfelder aus Echtglas haben jetzt nicht nur eine gut fühlbare Oberflächenkontur, sondern bieten auch haptisches Feedback. Der Fokus bei dem neuen Mittelkonsolenkonzept lag auf der Realisierung multimodaler Eingabemöglichkeiten. Diese wurden dabei so umgesetzt, dass eine intuitive Bedienung ermöglicht wird.

Dazu wurden verschiedene Eingabesysteme kombiniert, die das Auswählen von Funktionen mit haptischem und akustischem Feedback sowie durch Fühlhilfen erleichtern. Black-Panel und Displaytechnologie neuesten Standes zusammen mit dreidimensionalen Funktionsicons unterstreichen die Wertigkeit. Danach gefragt, wie die Chancen stehen, Funktionen im Fahrzeugcockpit durch berührungslose Gesten auszuwählen, sagt Preh-Chefingenieur Ehrenberg: „Eine zuverlässige Bedienbarkeit mit berührungslosen Gesten beschäftigt uns natürlich. Diese Eingabeform ist nach unserer heutigen Einschätzung nur für einfache Eingaben wie z. B. Scrollen von Listen etc. geeignet. Dort jedoch, wo sich mit dieser Technologie Eingaben zuverlässig und intuitiv realisieren lassen, gibt es durchaus Potenzial in der Zukunft. Im Sinne von Multimodalität ist das eine zusätzliche Option für alle, die etwas technikaffin sind und gerne Neues ausprobieren. Aber aktuelle Bedienelemente, wie Drehsteller oder Touchpad, mit berührungslosen Gesten komplett zu ersetzen, dafür sei es sicher noch zu früh, erklärt Ehrenberg.

Über Preh

Preh ist eine Tochtergesellschaft der börsennotierten Joyson Electronics, Ningbo/China, und repräsentiert innerhalb der Joyson-Gruppe den Unternehmensbereich Automotive Electronics. Als global aufgestellter Automobilzulieferer hat Preh im Jahr 2012 mit 3.210 Mitarbeitern einen Umsatz von 462 Mio. Euro erzielt. Das Unternehmen mit Stammsitz in Bad Neustadt a. d. Saale verfügt über ausländische Standorte in Portugal, Rumänien, Mexiko, den USA und China. Die Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen von Preh fokussieren auf Bediensysteme im Fahrzeuginterieur, Steuergeräte, Sensoren sowie – im Geschäftsfeld Preh Innovative Automation – auf Montageanlagen. Preh-Produkte finden sich in zahlreichen Fahrzeugmodellen renommierter Automobilhersteller. Unter anderem zählen dazu iDrive-Controller für BMW, MMI-Bediensysteme für Audi, Klimabediensysteme für Porsche oder integrierte „Center Stack“-Systeme für General Motors. Eine Besonderheit von Preh ist die hohe Fertigungstiefe von bis zu rund 90 Prozent der Wertschöpfung.

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