Automobilzulieferer Preh: Zuversicht bei Elektromobilität, Sorge vor Produktionsstopps

Redakteur: Svenja Gelowicz

Preh ist bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen, der schnell wachsende Bereich E-Mobility sorgt für Zuversicht. Allerdings drohen auch beim deutsch-chinesischen Zulieferer Produktionsausfälle.

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Preh-Chef Zhengxin „Charlie” Cai.
Preh-Chef Zhengxin „Charlie” Cai.
(Bild: Preh)

Für Zhengxin „Charlie„ Cai ist es die erste Bilanzpräsentation: Der 49 Jahre alte Manager besetzt erst seit März den Chefposten bei Preh, dreimal gab es innerhalb eines Jahres einen Wechsel an der Unternehmensspitze. Die Zahlen, die Cai am Mittwoch (7. März) verliest, sind solide im Vergleich zu anderen Automobilzulieferern.

Insgesamt hat der Spezialist für Steuerungssysteme und E-Mobilität einen Umsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro erzielt, ein Minus von 300 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Auftragseingang sank um 14 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden Euro. Den Rückgang erklärt Preh mit dem konzerninternen Verkauf von Preh Car Connect im vergangenen Jahr, was zu Sondereffekten geführt hatte.

Das operative Ergebnis (Ebitda) schrumpfte auf 127 Millionen Euro (2019: 142 Millionen Euro). Cai: „Das Ergebnis liegt unter unserer ursprünglichen Planung, aber wir konnten uns zum Jahresende hin kontinuierlich verbessern und als Preh-Gruppe für das Gesamtjahr wieder ein positives Ergebnis ausweisen.“

Durch ein Sparprogramm erziele das Unternehmen „erhebliche positive Effekte“. Weitere Maßnahmen, um Kosten zu senken, will Preh fortführen. Der Cash Flow sei gesund, die Bankverschuldung habe sich reduziert. Mittelfristig soll das Unternehmen weiterhin wachsen, Cai strebt ein Umsatzziel von zwei Milliarden Euro an. Aktuell arbeiten bei Preh um die 7.200 Beschäftigte. Seit genau zehn Jahren gehört der Zulieferer zum chinesischen Joyson-Konzern.

Preh: Hoffnung in der Elektromobilität

Besonders erfreut zeigte sich der Konzernchef über die Entwicklung des Geschäfts mit Elektromobilität. Am Gesamtergebnis macht der Bereich mittlerweile 17 Prozent aus, den Umsatz bei Komponenten für E-Fahrzeuge steigerte Preh um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Der Bereich entwickelt sich schneller als unsere anderen. Wir wollen weiter investieren.“ Dabei handele es sich um einen Betrag auf Millionen-Level, heißt es auf Nachfrage.

Bislang hat Preh über 100 Millionen Euro in den Geschäftsbereich gesteckt. „Wir gewinnen weiter neue Projekte für die Elektromobilität“, so Cai, durch den rasanten Anschub der Autohersteller erwartet er ein schnelles Wachstum für den Automobilzulieferer, dessen größte Kunden der VW-Konzern und BMW sind. In Audis neuen E-Tron GT kommen beispielsweise neben Bedienelementen für Lenkrad oder Sitze auch Komponenten wie ein DC/DC-Multi-Wandler.

Fehlende Elektronikbauteile könnten Fertigungen lahmlegen

Auf das laufende Jahr blickt Cai mit Sorge: Der Mangel von Halbleitern droht auch bei Preh, Produktionen für bestimmte Produkte lahmzulegen. Das Risiko für Fertigungsstopps sei so „nie dagewesen“, heißt es von Preh. „Alle Autobauer sind gerade davon betroffen“, sagt Cai am Mittwoch. Der Austausch mit den OEMs laufe dabei gut, täglich finden demnach Updates mit den Zulieferern der Elektronikbauteile statt.

„Wir arbeiten Tag und Nacht daran, die Lücken zu schließen“, heißt es vom Unternehmenschef. Beispielsweise sucht der Zulieferer für kritische Teile nach Alternativen. Im zweiten Quartal verschärfe sich der Engpass nochmals deutlich, eine leichte Besserung erwartet der Unternehmenschef für das zweite Halbjahr.

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