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Interview Produktion 4.0: Zuerst der Mensch

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Claus-Peter Köth

Mit der Vision einer Automobilfabrik, die per Big Data aus der Cloud vollautomatisch gesteuert wird, kann sich Dr. Christian Patron nicht anfreunden. „Wir brauchen die Menschen“, sagt er, und deshalb ist „Produktion 4.0“ bei BMW auf die Mitarbeiter ausgerichtet.

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„Produktion 4.0 ist vergleichbar mit der Smartphone-Technologie: hochkomplex, aber einfach zu bedienen.“ Christian Patron, Leiter der Industrie-4.0-Aktivitäten des BMW-Konzerns.
„Produktion 4.0 ist vergleichbar mit der Smartphone-Technologie: hochkomplex, aber einfach zu bedienen.“ Christian Patron, Leiter der Industrie-4.0-Aktivitäten des BMW-Konzerns.
(Foto: BMW )

Unser Ansatz ist ganzheitlich: Wir berücksichtigen alle Handlungsfelder, die wir in der Vernetzung von Mensch, Produktion, Maschine und Betriebsmittel sehen. Wesentlich ist: Wir stellen den Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Erst der Mensch, dann der Prozess, dann die Technologie. Industrie 4.0 bedeutet daher für uns nicht eine menschenleere Produktion und auch nicht zwingend eine zunehmende Automatisierung.

Gibt es heute schon die Produktion 4.0 in BMW-Werken?

Robotik ist ein Schwerpunktthema: Hier haben wir schon einige Projekte erfolgreich umgesetzt. Nach einer Pilotphase und ersten Serienerfahrung im US-Werk Spartanburg arbeiten koexistierende Roboter heute im Pilotbetrieb auch in der Endmontage der Werke Dingolfing und Regensburg. Weitere werden folgen. Sie fixieren Schall- und Feuchtigkeitsisolierungen auf der Türinnenseite. Sie übernehmen schwere Arbeit und entlasten damit die Mitarbeiter. Künftig werden wir Roboter beispielsweise auch für Klebearbeiten am Montageband einsetzen.