Digitalisierung Projekt Gaia X: Europäische Cloud für die Industrie

Redakteur: Sven Prawitz

Das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium haben auf dem Digitalgipfel in Dortmund Pläne für eine europäische Datencloud vorgestellt. Mit „Gaia X“ will man unabhängiger von großen außereuropäischen Anbietern werden.

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Das von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geleitete Ministerium stellte auf dem Digitalgipfel in Dortmund das Projekt Gaia X vor.
Das von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier geleitete Ministerium stellte auf dem Digitalgipfel in Dortmund das Projekt Gaia X vor.
(Bild: Michael Reitz / Plattform Industrie 4.0)

In Europa soll eine eigene IT-Infrastruktur für digitale Dienste entstehen. Die Pläne zum Projekt Gaia X wurden diese Woche auf dem Digitalgipfel in Dortmund vorgestellt. Die Plattform soll in Europa die sichere wirtschaftliche Nutzung von Daten durch den Aufbau eigener Strukturen auf Cloud-Servern ermöglichen. Europa werde dadurch unabhängiger von großen außereuropäischen Anbietern.

Die europäische Daten-Cloud Gaia X soll eine Cloud- und Dateninfrastruktur sein, die den freiheitlichen Werten und der Selbstbestimmung aller europäischen Bürgerinnen und Bürger und der Unternehmen gerecht wird. Nachdem sich Peter Altmaier bei einem Sturz während des Digitalgipfels verletzt hatte, stellte ein Kollege aus dem Wirtschaftsministerium Gaia X als verteilte, offene Dateninfrastruktur vor. Damit Unternehmen digitale Geschäftsmodelle auch umzusetzen können, soll ihnen die Plattform mit Beispielen und Empfehlungen, sowie einem digitalen Zwilling für die Industrie 4.0 helfen. Da keine staatliche Institution künftig als Cloud-Anbieter auftreten wird, ist man bei der Umsetzung auf die IT-Industrie angewiesen.

Macht über Daten soll in Europa liegen

Wie „Zeit Online“ berichtet, sollen unter anderem Bosch, Deutsche Bank, SAP, Siemens und Telekom an dem Projekt beteiligt sein. Der Testbetrieb soll Ende 2020 starten, heißt es in dem Artikel weiter. „Die Macht über die Daten in Europa soll nicht mehr in den Händen einiger weniger Konzerne anderswo liegen“, sagte die Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Handelsblatt.

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