Leichtbau-Gipfel 2014 Projekte aus Forschung und Entwicklung

Redakteur: Claus-Peter Köth

Prof. Dr.-Ing. Klemens Rother von der Hochschule München, Fakultät 03 Maschinenbau/ Fahrzeugtechnik/Flugzeugtechnik, moderierte die Vorstellung der vier Campus-Projekte.

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Eine Karosseriestruktur in Metall-Monocoque-Bauweise präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart.
Eine Karosseriestruktur in Metall-Monocoque-Bauweise präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart.
(Foto: Automobil Industrie/ Stefan Bausewein)

Den Anfang machte der Lehrstuhl Biomaterialien der Fakultät für angewandte Naturwissenschaft (FAN) an der Universität Bayreuth. Prof. Dr. Thomas Scheibel und seinem Team ist es gelungen, Spinnenseiden-Fasern aus biotechnologisch erzeugten Proteinen herzustellen, die naturidentische mechanische Eigenschaften aufweisen. Die künstliche Spinnenseide mit dem geschützten Namen „Biosteel“ ist ein Produkt des Unternehmens AMSilk und beruht wesentlich auf Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Lehrstuhls. Dabei zeichnet sich die Spinnenseide durch extreme Festigkeit und hohe Dehnbarkeit aus. Mit Pflegeprodukten der Marke „Spidersilk“ warben die Studenten für ihre Arbeit.

Eine Karosseriestruktur in Metall-Monocoque-Bauweise präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart. Kennzeichen sind ein sehr niedriges Gewicht (86 Kilogramm), eine geringe Teilezahl durch Funktionsintegration und eine hohe Steifigkeit durch die Verwendung metallischer Werkstoffe mit Schaumkernen. Die nächsten Entwicklungsschritte sind Crashtests der gesamten Karosserie sowie der Aufbau eines fahrfähigen, zweisitzigen Gesamtfahrzeugs.

Prof. Dr.-Ing. Klemens Rother moderierte die Vorstellung der vier Campus-Projekte.
Prof. Dr.-Ing. Klemens Rother moderierte die Vorstellung der vier Campus-Projekte.
(Foto: Automobil Industrie/ Stefan Bausewein)

Mit dem Hydro2Motion-Projekt – ein Prototypenfahrzeug mit Brennstoffzellenantrieb – erproben verschiedene Fakultäten der Hochschule München ihr theoretisches Wissen in der Praxis. Die Komponenten des Monocoques werden in modernen Fertigungsverfahren wie Laminaten aus CFK, Rapid Prototyping oder Aluminium-Laser-Sintern in Handarbeit an der Hochschule oder bei Industriepartnern produziert. Ziel der Projektgruppe ist die jährliche Teilnahme am Shell-Eco-Marathon. Dabei treten unterschiedliche Antriebs- und Energiespeicherarten gegeneinander an – im Kampf um den besten Wirkungsgrad.

Last not least warb die Würzburger Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) auf dem »Automobil Industrie Leichtbau-Gipfel« um Unterstützung. So hat die Initiative für Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe, zusammen mit dem Verein Carbon Composites e.V. (CCeV), das Schulbesuchsprogamm „Leichtbau“ entwickelt. Unterschiedliche Lernstationen ermöglichen den Jugendlichen, theoretisch wie praktisch wichtige Kernelemente des Leichtbaus zu begreifen. Dabei spielen Materialtests, Kosten-Nutzen-Rechnungen über verwendete Materialien sowie die Herstellung neuer Faserverbund-Werkstoffen eine große Rolle.

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