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Wirtschaft

PSA-FCA-Allianz: Spareffekte von fast vier Milliarden Euro jährlich

| Autor/ Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Die geplante Fusion der Rivalen PSA und FCA soll die Effizienz kräftig steigern. Gleichzeitig warnen die IG Metall und die hessische Landesregierung vor möglichen negativen Folgen für Opel.

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(Bild: PSA)

In der Autobranche bahnt sich eine transatlantische Mega-Fusion an. Die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler wollen den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden. Beide haben sich auf offizielle Fusionsgespräche verständigt, teilten die Konzerne in einem gemeinsamen Statement am Donnerstag (31. Oktober) mit. Der neue Konzern könne fast neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr absetzen, hieß es in der Mitteilung. Nur noch Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Verbund wären größer als der neue Auto-Riese.

Die Konzerne versicherten weiter, dass sich mit einer Fusion Spareffekte in Höhe von 3,7 Milliarden Euro erzielen ließen, ohne eine Fabrik im Zuge des Deals zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, ließen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben. Allerdings wird die angepeilte Fusion auch viel Geld kosten: PSA und Fiat Chrysler rechnen mit einmaligen Kosten von 2,8 Milliarden Euro.

Zusammenschluss „unter Gleichen“

Es wird ein Zusammenschluss „unter Gleichen“ angestrebt mit einem ausgewogen besetzten Vorstand unter Führung von PSA-Chef Carlos Tavares als Vorstandsvorsitzendem. Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann – Enkel des langjährigen Fiat-Bosses Giovanni Agnelli – würde diese Rolle auch bei dem neuen Unternehmen einnehmen. Die FCA-Aktionäre sollen eine Sonderdividende von 5,5 Milliarden Euro erhalten. PSA würde nach der Mitteilung vom Donnerstag 46 Prozent seiner Anteile am Zulieferer Faurecia an seine Aktionäre verteilen.

In Deutschland reagierte die IG Metall vorsichtig auf die geplante Fusion der Opel-Mutter PSA mit Fiat Chrysler. Spekulationen über mögliche negative Folgen für die deutschen Opel-Standorte seien „kontraproduktiv und schädlich“, erklärte der Chef des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger, am Donnerstag in Frankfurt. Die IG Metall werde sich daher daran nicht beteiligen. Die hessische Landesregierung warnte ebenfalls vor Folgen für Opel. „Die Zukunftsfähigkeit von Opel muss gesichert sein“, forderten Ministerpräsident Volker Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir am Donnerstag in Wiesbaden. Ein Zusammenschluss des französischen Opel-Mutterkonzerns PSA mit Fiat Chrysler berge Chancen, dürfe aber nicht zu Lasten des Autoherstellers und der deutschen Standorte in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach gehen.

Eine Fusion eröffne sicher die Chance, Stückkosten zu senken, Synergien zu nutzen und neue Märkte zu erschließen, so die Politiker. Größe spiele in der Autobranche eine wichtige Rolle, erklärten sie mit Blick auf hohe notwendige Investitionen der Branche in Elektro-Mobilität und autonomes Fahren. Davon könne auch die Marke Opel in einem größeren Konzernverbund profitieren.

Fiat Chrysler fährt ein

FCA ist vor der geplanten Fusion mit dem französischen Rivalen in die roten Zahlen gefahren. Im dritten Quartal lag der Verlust des Konzerns unter dem Strich bei 179 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Fiat Chrysler noch einen Gewinn von 564 Millionen Euro verbucht.

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