Entwicklung PSA testet automatisiertes Fahren mit Kunden

Autor / Redakteur: Patrick Broich/SP-X / Christian Otto

Der PSA-Konzern will bis zum Jahr 2020 das hochautomatisierte Fahren in seinen Produkten einführen. Neben einer neuen Elektronik-Architektur sollen vor allem Tests mit Kunden die Technik verbessern.

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PSA will das automatisierte Fahren nach Level 3 in seinen Fahrzeugen anbieten. Dafür testet der Hersteller auch mit Kunden.
PSA will das automatisierte Fahren nach Level 3 in seinen Fahrzeugen anbieten. Dafür testet der Hersteller auch mit Kunden.
(Bild: PSA)

Auch der PSA-Konzern will sich dem autonomen Fahren nicht verschließen. Die Ingenieure des französischen OEM arbeiten daran, dass die ersten Serienmodelle ab dem Jahr 2020 die Level-3-Automatisierung erreichen. Level 3 definiert die Hochautomatisierung. Das heißt, dass der Wagen in strukturierten Verkehrsverhältnissen wie auf der Autobahn die Geschwindigkeit anpasst, selbsttätig blinkt und wenn nötig einen Spurwechsel durchführt. Der Fahrer braucht seine Aufmerksamkeit zum Zeitpunkt der aktiven Automatisierung nicht dem Straßenverkehr zu widmen, muss aber sofort in der Lage sein zu übernehmen, wenn das System das entsprechende Signal gibt.

Die PSA-Techniker haben zur Level-3-Realisation eine neue Elektronik-Architektur entwickelt, die künftig Teil der verbesserten EMP2-Plattform sein wird. Je nach Ausbaustufe arbeiten die Entwickler mit bis zu sechs verschiedenen Kameras, fünf Radar-Sensoren sowie einem Laser-Scanner. Erste Prototypen sind bereits in Form eines aktuellen Citroën C4 Picasso unterwegs.

Probefahrten mit Protoypen

PSA will die Zeit bis zur Serienreife nutzen, um zu sehen, wie die Kunden mit dem autonomen Fahren klarkommen. Deshalb lädt der Konzern normale Autofahrer zu Probefahrten mit den Prototypen ein. Ihr Verhalten wird entweder von den mitfahrenden Ingenieuren bewertet oder aufgezeichnet, um später untersucht zu werden. Dabei geht es auch um ganz banale Dinge, wie PSA-Kundenbetreuer Claude Cocca erklärt. So habe man beispielsweise untersucht, wie die Probanden reagierten, wenn das System zur Fahr-Übernahme aufruft. Eine Fahrerin habe dann erst einmal gemütlich ihre Sonnenbrille gesucht, bevor sie ihre volle Aufmerksamkeit wieder dem Fahren widmete, so der Experte für Kundenzufriedenheit. Level 3 besagt aber, dass die Fahrer rasch wieder übernehmen müssen, wenn das entsprechende Signal ertönt.

Bisherige Serienfahrzeuge deaktivieren ihre automatisierte Fahrfunktion (Level 2) maximal 30 Sekunden nach dem Loslassen des Lenkrads – auch mit Blick auf die derzeit noch unklare Gesetzeslage. Für Deutschland gibt es bereits einen Gesetzesentwurf, der Level 3 im Straßenverkehr zulässt.

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