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Wirtschaft PSA und FCA beschließen Mega-Fusion

| Autor/ Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Viele Wochen haben PSA und Fiat Chrylser um einen Deal gefeilscht, nun steht die Abmachung: Die beiden Konzerne wollen fusionieren und zum viertgrößten Automobilhersteller der Welt werden.

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PSA-Chef Carlos Tavares (li.) und sein FCA-Pendant Michael Manley unterzeichneten den Fusionsvertrag.
PSA-Chef Carlos Tavares (li.) und sein FCA-Pendant Michael Manley unterzeichneten den Fusionsvertrag.
(Bild: Fiat Chrysler)

Nach wochenlangen Verhandlungen haben die Opel-Mutter PSA und Fiat Chrysler ihre Mega-Fusion beschlossen. Das teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Die Konzerne wollen den viertgrößten Autohersteller der Welt schmieden.

Die Unternehmen hatten sich bereits Ende Oktober auf offizielle Fusionsgespräche verständigt und damit Wirbel in der Branche ausgelöst. Der Zusammenschluss muss noch von Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.

Die Branche steht unter einem enormen Druck, und der Schulterschluss der Hersteller ist deshalb kein Zufall. Autobauer müssen Milliarden in autonome Autos und Elektromobilität investieren. Fiat Chrysler hat zudem besondere Probleme. Denn der Hersteller hatte unter der Führung des verstorbenen Sergio Marchionne auf große Investitionen in Elektroantriebe verzichtet. Derzeit ist der Konzern vor allem mit den großen Spritschluckern der Marken Jeep und Ram in den USA erfolgreich.

Der neue Konzern nimmt sich vor, 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr abzusetzen. Nur Volkswagen, Toyota und der französisch-japanische Renault-Nissan-Mitsubishi-Verbund wären größer als der neue Auto-Gigant.

FCA und PSA kämen Stand jetzt gemeinsam auf einen Jahresumsatz von knapp 170 Milliarden Euro und einen jährlichen Betriebsgewinn von mehr als 11 Milliarden Euro – ohne die Marken der Zulieferer Magneti Marelli und Faurecia. Beschäftigt sind bei den Konzernen nach früheren Angaben des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums rund 400.000 Menschen.

PSA führt neben Opel die Marken Peugeot, DS und Citroën. Fiat Chrysler umfasst die Fabrikate Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia oder Maserati. Opel gehört seit gut zwei Jahren zu PSA und wird mit harter Hand auf Effizienz und Gewinne getrimmt.

Tavares übernimmt die Chefrolle

Im neuen Unternehmen wird ein Zusammenschluss „unter Gleichen“ mit einem ausgewogen besetzten Vorstand angestrebt. PSA-Chef Carlos Tavares (61) wird Vorstandsvorsitzender. Der Portugiese hat sich als knallharter Sanierer sowohl bei Peugeot als auch bei der Tochter Opel einen Namen gemacht.

Der FCA-Verwaltungsratsvorsitzende John Elkann (43) übernimmt diese Rolle auch in dem neuen Unternehmen. Er ist der Enkel das legendären Fiat-Bosses Giovanni „Gianni“ Agnelli (1921-2003) und Ururenkel des Fiat-Gründers Giovanni Agnelli senior (1866-1945). Das italienische Traditionsunternehmen war 2014 in Fiat Chrysler Automobiles aufgegangen.

Mit der Fusion sollen Spareffekte von 3,7 Milliarden Euro erzielt werden, ohne eine Fabrik zu schließen. Die Effizienzgewinne, die sich etwa aus Einsparungen beim gemeinsamen Einkauf ergäben, ließen sich nach vier Jahren zu 80 Prozent heben, hatte es geheißen.

Es ist vor allem das gut ausgebaute Vertriebsnetz in Nordamerika, das FCA in den gemeinsamen neuen Konzern mit einbringen kann. Es dürfte den Markteinstieg von Peugeot in Amerika erheblich erleichtern. PSA ist dafür in Europa stärker. Auch bei der Entwicklung von Hybrid- und Batterie-Fahrzeugen sind die Franzosen weiter als die Italoamerikaner.

Lohscheller sieht Chancen für Opel

Opel-Chef Michael Lohscheller bewertet den Zusammenschluss positiv. Dadurch entstehe ein noch schlagkräftigerer Konzern, sagte Lohscheller am Mittwoch. Das biete auch für Opel viele Chancen. „Wir werden auch in dem neuen, größeren Konzern die einzige deutsche Marke sein und für deutsche Ingenieurskunst stehen.“

Opel sei nachhaltig profitabel. „Wir werden global und elektrisch. Wir investieren in unsere Werke.“ Diesen Erfolgskurs werde man fortsetzen

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