Suchen

Logistik Qoros in Gespächen über Pkw-Import

| Redakteur: Andreas Grimm, Andree Stachowski

Die Pläne des chinesischen Autobauers für Europa sind noch wenig fassbar. Allerdings ist Qoros mit einem bekannten Logistik-Dienstleister im Gespräch über die Abwicklung der Pkw-Einfuhr.

Firma zum Thema

Die BLG hofft für die Suche nach neuen Geschäftsfeldern auf den Import chinesicher Pkw nach Deutschland un Europa.
Die BLG hofft für die Suche nach neuen Geschäftsfeldern auf den Import chinesicher Pkw nach Deutschland un Europa.
(Foto: BLG Logistics)

Die europäischen Pläne des chinesischen Automobilherstellers scheinen sich zu verfestigen. Zwar haben sich die Verantwortlichen auf dem Genfer Salon mit konkreten Aussagen zurückgehalten, doch der Logistikkonzern BLG Logistics Group hat inzwischen bestätigt, mit Qoros in Gesprächen über die Nutzung des BLG-Autoterminals in Bremerhaven zu stehen.

Das Bremer Unternehmen, das für verschiedene Hersteller den Import und Export der Automobile abwickelt, sucht weitere Partner zur Stärkung seiner Autosparte. Er hoffe dazu auf chinesische Hersteller, zitiert die „Wirtschaftswoche“ BLG-Vorstandschef Frank Dreeke. Explizit nannte der Manager dabei Qoros als einen denkbaren Partner, „mit dem bereits Gespräche laufen“.

Qoros: Mit Fließheck gegen den Golf
Bildergalerie mit 22 Bildern

Den Angaben zufolge hat BLG am Standort Bremerhaven im vergangenen Jahr 2,18 Millionen Autos umgeschlagen. Davon gingen 80 Prozent in den Export, 20 Prozent waren Importe. Für den Dienstleister sind Importe jedoch lukrativer, da die Wertschöpfung höher ist. Importfahrzeuge müssen oft noch nach europäischen Wünschen oder Vorschriften umgerüstet werden.

Erfahrung mit Brilliance

Mit dem Import chinesischer Pkw hat BLG bereits Erfahrung gesammelt. Über das Terminal Bremerhaven wurden die Einfuhr und die Anpassungen von Brilliance-Modellen abgewickelt, bis die europäischen Importgesellschaften des chinesischen Fabrikats Pleite gingen. BLG-Chef Dreeke scheint die Geschichte nicht zu schrecken. Er hat sich bereits Stellflächen im Hafengelände gesichert, „denn wenn die chinesischen Hersteller kommen, brauchen wir mehr Platz.“

Qoros selbst hält sich zu seinen europäischen Plänen bedeckt, zumindest war im Umfeld des Genfer Salons nichts Neues zu erfahren. Damit bleibt es bei der Aussage, die Qoros-Vize Volker Steinwascher auf dem Car Symposium Ende Januar geäußert hatte: „Wann wir nach Deutschland kommen, ist noch nicht klar“.

Doch auch ohne klares Startbekenntnis hat Qoros für seinen zweiten Auftritt auf dem Genfer Salon viel Aufmerksamkeit bekommen. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand in diesem Jahr die Fließheck-Variante des Qoros 3, mit dem das Fabrikat seinem Anspruch, ein „chinesischer Volkswagen“ zu sein, zumindest für den europäischen Geschmack einen Schritt näher kommt.

Der Qoros 3 Hatch bietet mit 4,44 Meter Länge und 1,84 Meter Breite einen großen Innenraum mit einem für Europa angemessenen Design. In Sachen Sicherheit dürfte es keine Überraschungen geben, ist das Fließheck doch bis auf das Hinterteil baugleich mit der Stufenheckversion Qoros 3 Sedan, die den Euro-NCAP-Crashtest im vergangenen Jahr mit Bestnoten durchlief. Doch über Verkaufserfolge entscheiden in Europa neben Preis und Design am Ende auch die Händlernetze und die Verfügbarkeit der Produkte. Letzteres könnte die Aufgabe der BLG werden.

(ID:42600481)