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Elektromobilität Quantino: Flusszelle im Kleinformat

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm, Andree Stachowski

Mit Elektro-Sportwagen hat die Liechtensteiner Firma Nanoflowcell bisher auf sich aufmerksam gemacht. In Genf präsentiert sich der Flusszellen-Pionier nun mit einem „Elektroauto für jedermann“.

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Der Quantino vom Hersteller Nanoflowcell soll elektrische Mobilität für jedermann erschwinglich machen.
Der Quantino vom Hersteller Nanoflowcell soll elektrische Mobilität für jedermann erschwinglich machen.
(Foto: Nanoflowcell)

Nicht weniger als ein „Elektrofahrzeug für jedermann“ kündigt das Liechtensteiner Unternehmen Nanoflowcell als Konzeptfahrzeug für den Genfer Automobilsalon vom 5. bis 15. März an. Der Kleinwagen „Quantino“ soll von vier E-Motoren mit je 25 kW/34 PS angetrieben werden und eine Systemleistung von etwa 136 PS erreichen. Gleich zwei technische Besonderheiten vereint der 3,91 Meter lange 2+2-Sitzer: Statt wie andere E-Autos auf ein Hochvoltsystem mit mehreren hundert Volt Spannung setzt der Quantino auf 48 Volt Nennspannung. Zudem speichert der Kleinwagen die benötigte Energie nicht in einer Batterie sondern einer Flusszelle. Durch die Kombination von Niedervoltsystem und Flowcell (Flusszelle) sollen Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometer möglich werden, so das Unternehmen.

Das Unternehmen hatte vor wenigen Tagen bereits den Sportwagen Quant F für Genf angekündigt. Die Weiterentwicklung des Quant E bringt es den Angaben zufolge kurzzeitig auf über 1.000 PS Leistung und eine Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h.

Technikursprung NASA

Die Flowcell-Technik wurde bereits in den siebziger Jahren von der Nasa entwickelt. In zwei getrennten, je 175 Liter großen Tanks lagert die ionische Flüssigkeit, einmal positiv, einmal negativ geladen. In der Zelle läuft eine sogenannte „kalte Verbrennung“, die Stoffe werden reduziert beziehungsweise oxidiert, dabei wird elektrische Energie frei, die zum Antrieb genutzt wird. Das „Aufladen“ des Energiespeichers erfolgt durch Austausch der Flüssigkeiten, also durch Auftanken etwa an einer speziell ausgerüsteten Tankstelle. Niedervoltsysteme sind bisher zum Beispiel bei Golfcarts oder Elektrorollern eingesetzt worden, also bei Fahrzeugen mit sehr geringen Antriebsleistungen. Für den Antrieb eines Pkw sind hohe Ströme notwendig. „Das bedingt bei Hochvoltsystemen außergewöhnlich große Kabelquerschnitte und höhere Übertragungsverluste“, so der Nanoflowcell-Technikchef Nunzio La Vecchia. Durch die Flusszelle generiere man jedoch sehr hohe Ströme bei einer sehr niedrigen Nennspannung.

Ob der Technikträger in Serie auf die Straße rollt, steht wohl noch in den Sternen. Mit einem ebenfalls von Nanoflowcell entwickelten Sportwagen Quant E ist bereits ein Flusszellen-Prototyp mit Straßenzulassung in Deutschland unterwegs.

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