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Mercedes A-Klasse Radikaler Kurswechsel

| Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Bislang war sie nur ein Konzept. Jetzt gibt es die neue A-Klasse auch im Serientrimm zu sehen. Sie bietet eine Menge Details, die bisherige Kunden abschrecken könnten, aber auch viele Elemente, um neue zu gewinnen.

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Mercedes denkt die A-Klasse neu. Im Gegensatz zum technisch innovativen, aber wenig sportlichen Auftritt des bisherigen Modells wirkt die neue Generation schon optisch dynamisch und schließt damit zu den Premiumwettbewerbern Audi A3 und BMW 1er auf. Wenn im Juni der Verkauf des fünftürigen Kompaktmodells startet, dürften die Preise bei rund 23.500 Euro beginnen. Die ersten Exemplare werden im September ausgeliefert.

Die neue A-Klasse setzt weitgehend um, was die Designer mit dem Concept A-Class angedacht hatten. Sie ist mit einer Höhe von 1,42 Zentimetern reichliche 18 Zentimeter flacher als ihr Vorgänger. Mit einer Länge von 4,30 Metern bleibt sie dabei im besten Sinne kompakt. 1,78 Meter Breite sprechen für einen stattlichen Stand auf der Straße. Die Nase entspricht der aktuellen Formensprache von Mercedes, wie sie der CLS geprägt hat. „Die A-Klasse ist ein klares Statement zur neuen Dynamik der Marke“, erklärt Daimler-Chef Dieter Zetsche. Vertriebsvorstand Joachim Schmidt sieht in ihr sogar „den Sportler unter den Kompakten“.

Sportler statt Transporter

Die seitlichen Sicken und Linien zeigen eine entfernte Verwandtschaft zur B-Klasse, die nunmehr allein die Rolle des kompakten Familientransporters übernommen hat, während die A-Klasse Menschen ansprechen soll, denen dynamischer Fahrspaß wichtig ist und die bislang in diesem Segment von Mercedes nicht bedient wurden. „Die Charakterlinien speziell in den Seiten geben der A-Klasse Struktur und Spannung“, erläutert Designchef Gorden Wagener.

Eine wichtige Rolle spielen die konvexen und konkaven Flächen speziell im Heckbereich, die das Auto muskulös erscheinen lassen. 235er Pneus auf 18-Zoll-Felgen unterstreichen den sportiven Anspruch. Mit Feinschliff an den Fugen und Kanten konnte der cW-Wert auf 0,26 gesenkt werden. Damit liegt die A-Klasse auf dem guten Wert der E-Klasse Limousine. Das Interieur wirkt nobel, ähnlich wie bei der B-Klasse.

Renault hilft

Während bislang für die A-Klasse Motoren konstruiert wurden, die zum Sandwichbodenkonzept passten, aber in keinem anderem Mercedes-Modell Verwendung fanden, profitiert die neue A-Klasse auch von der Kooperation mit Renault. Neue 1,6- und 2,0-Liter-Direkteinspritzerbenziner mit 90 kW/115 PS, 115 kW/156 PS (A 180) und 155 kW/211 PS (A 200), sollen für zeitgemäß effizienten Vortrieb sorgen. Alternativ stehen drei Diesel mit 80 kW/109 PS, 100 kW/136 PS und 125 kW/170 PS (A 250 CDI) zur Wahl. Der kleinste und sparsamste Diesel entstammt der Kooperation mit den Franzosen.

Alle Motoren sind mit Start-Stopp-System und einer Sechsgangschaltung gekoppelt. Für Freunde des Schalten-Lassens steht ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung, wie es aus der B-Klasse bereits bekannt ist. Auf Wunsch ist die A-Klasse auch mit Allradantrieb bestellbar. In der sparsamsten Version liegt der CO2-Austoß bei 99 Gramm. Die zugehörigen 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer stellen für ein Mercedes-Modell einen Sparrekord dar.

Neue Assistenzsysteme

Serienmäßig und ein Novum in der Kompaktklasse ist der radargestützte Kollisionswarner, wie ihn auch die B-Klasse bereits nutzt. Dazu gibt es das Presafe-System, das Mercedes bislang nicht in der Kompaktklasse im Angebot hatte. Zum Teil optional ist das gesamte Assistentenarsenal vom adaptiven Fernlicht über die Schildererkennung, der Sprachsteuerung bis zur Rückfahrkamera im Angebot.

Damit kann Mercedes vielleicht auch die bisherigen Käufer der A-Klasse halten. Wachstum verspricht die neue, dynamische Auslegung auf jeden Fall. Unklar bleibt allerdings, ob die Kunden von Audi A3, BMW 1er oder VW Golf kommen werden oder vielleicht doch eher aus der eigenen C-Klasse.

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