Abgas-Affäre Razzien bei Audi-Technikern

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Die Staatsanwaltschaft München II macht im Audi-Umfeld weiter Jagd auf Beweismaterial in der Abgas-Affäre. Nun gab es erneut Razzien. Diesmal allerdings nicht bei Audi selbst, sondern bei sechs aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitern des Autobauers.

Audi steht weiter im Visier der Staatsanwaltschaft.
Audi steht weiter im Visier der Staatsanwaltschaft.
(Bild: Audi)

Die Staatsanwaltschaft München II sucht im Audi-Umfeld weiter nach Beweismaterial in der Abgas-Affäre. Nun ist es nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, des „NDR“ und des „WDR“ erneut zu Razzien gekommen. Diesmal waren die Ermittler allerdings nicht wie im März 2017 in der Audi-Zentrale in Ingolstadt zugange, sondern durchsuchten Wohnungen von sechs heutigen oder früheren Audi-Technikern in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Laut der Staatsanwaltschaft waren 38 Beamte im Einsatz. Seit der ersten Razzia im vergangenen Jahr werden vier Beschäftigte der Audi-Motorenentwicklung des Betrugs beschuldigt. Die Zahl der Verdächtigen steht aktuell bei 13. Bis auf eine Ausnahme waren oder sind alle aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter der Motorentechnik des Autobauers bis hin zum mittleren Management.

Der einzige höherrangige Beschuldigte ist der Ex-Aggregate-Chef und spätere Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz. Er sitzt seit einigen Monaten in Untersuchungshaft. Hatz selbst beteuert seine Unschuld und hat beim OLG München Haftbeschwerde eingelegt.

Die Zahl der von der Abgas-Affäre betroffenen Audi-Modelle ist kürzlich noch einmal enorm gestiegen. Waren die Ermittler lange Zeit nur von 80.000 Fahrzeugen ausgegangen, sind es mittlerweile mehr als 250.000 Autos, nachdem das KBA zuletzt in gut 170.000 weiteren Audi-Dieseln eine illegale Prüfstandserkennung festgestellt hatte.

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 Christoph Seyerlein

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Fachredakteur Next Mobility