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Gefahrstoffverordnung REACH – zehn Tipps zur Registrierung

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Die dritte Registrierungsphase für die EU-Chemikalien-Verordnung Reach hat begonnen. Bei Fehlern droht ein europaweites Vermarktungsverbot. Tüv Süd hat im Rahmen seiner Mittelstandsinitiative die zehn wichtigsten Regeln für die Registrierung chemischer Stoffe zusammengestellt.

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Die dritte Registrierungsphase für die EU-Chemikalien-Verordnung Reach hat begonnen. Bei Fehlern droht ein europaweites Vermarktungsverbot.
Die dritte Registrierungsphase für die EU-Chemikalien-Verordnung Reach hat begonnen. Bei Fehlern droht ein europaweites Vermarktungsverbot.
(Foto: Tüv Süd)

Die Zeit läuft: Bis Juni 2018 müssen Chemikalien mit einer Jahresproduktions- beziehungsweise Jahresimportmenge von mehr als einer Tonne bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki registriert sein. „Die Reach-Verordnung ist umfangreich und komplex und bindet bei KMU oft wichtige Personalressourcen“, sagt Dr. Dieter Reiml, Reach-Experte bei Tüv Süd Industrie Service. „Um bei der Registrierung auf der sicheren Seite zu sein, sollten die Verantwortlichen zehn Regeln beherzigen.“

1. Schon jetzt die Registrierung vorbereiten

Weil die Komplexität der Reach-Verordnung immer wieder unterschätzt wird, kommt es zu teils erheblichen Verzögerungen. Wenn beispielsweise unterschiedliche Stoffe in einem Gemisch enthalten sind, ist schon die Klärung, welche Stoffe bis wann zu registrieren sind, ein wichtiges Thema. Nur wer die Registrierung frühzeitig vorbereitet, wird nicht in Verzug kommen.

2. Nötige Analysen rechtzeitig vornehmen

KMU sind in der Regel sogenannte Co-Registranten, die sich im Zuge von Registrierungsverfahren mit Herstellern und Importeuren identischer Stoffe zusammenschließen. Für das eigene Dossier müssen aber firmenspezifische Daten vorliegen, wie beispielsweise Stoffzusammensetzungen samt möglicher Verunreinigungen. Das erfordert teilweise noch Laboranalysen. Werden Anlaysen erst kurz vor Fristende angegangen, reicht die Zeit dafür oft nicht aus.

3. Finanzielle Vergünstigungen für KMU nutzen

Die ECHA erhebt für ihre Arbeit Gebühren, die nach Unternehmensgröße gestaffelt sind. Für KMU gelten reduzierte Gebührensätze, welche die EU-Kommission Ende März noch einmal gesenkt hat. KMU können Ermäßigungen von 35 bis 95 % im Vergleich zum Standard für Registrierungen beanspruchen, bei Zulassungsanträgen liegt die Spanne bei 25 bis 90 %.

4. Unternehmensgröße korrekt angeben

Sind die im Datenbanksystem Reach-IT hinterlegten Angaben zur Unternehmensgröße nicht korrekt, drohen zusätzliche Kosten und der Entzug der Registrierung. Bei einer behördlichen Überprüfung sollten alle Unterlagen plausibel und schnell verfügbar sein. Unternehmen außerhalb der EU können sich nur über sogenannte Alleinvertreter registrieren. Die Gebühren berechnen sich aber immer nach Größe des vertretenen Unternehmens.

5. Zusammenschluss zu Konsortien in SIEFs abwägen

In den Substance Information Exchange Forums (SIEFs) tauschen Registranten bestimmte Daten aus, um sich etwa Kosten für Studien zu teilen. Zusätzlich schließen sich oftmals SIEF-Teilnehmer zu Konsortien zusammen. Gerade dann ist es wichtig, wettbewerbsrelevante Informationen zurückzuhalten. Zusammenschlüsse zu Konsortien sind nicht obligatorisch und individuell abzuwägen.

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