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Motorsport Engineering Red Bull verabschiedet sich von Renault

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Der französische Autobauer und der Energiebrause-Hersteller geben ihre Kooperation in der Formel 1 auf. Als Motorenlieferant springt Honda ein, die Japaner könnten allerdings ein Partner auf Abruf sein.

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Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso wird bereits seit dieser Saison von Honda ausgestattet. In der kommenden Saison wird Honda nun auch Motorenlieferant für den Formel-1-Rennstall Red Bull.
Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso wird bereits seit dieser Saison von Honda ausgestattet. In der kommenden Saison wird Honda nun auch Motorenlieferant für den Formel-1-Rennstall Red Bull.
(Bild: Toro Rosso)

Mit einem neuen Motorenpartner will Red Bull im Kampf gegen die Rivalen Mercedes und Ferrari endlich wieder Titel in der Formel 1 holen. Dazu gab der Rennstall bekannt, sich am Ende des Jahres von Renault zu trennen und von 2019 an mit Honda-Antrieben zu starten. Die Vereinbarung mit dem japanischen Hersteller gelte für zwei Jahre, teilte das Team mit.

„Diese mehrjährige Vereinbarung mit Honda markiert den Beginn einer aufregenden neuen Phase in den Bemühungen von Aston Martin Red Bull Racing, nicht nur um Grand Prix-Siege zu kämpfen, sondern auch um das, was immer unser Ziel ist – Meisterschaftstitel“, sagte Teamchef Christian Horner. „Nach reiflicher Überlegung und Bewertung sind wir sicher, dass diese Partnerschaft mit Honda die richtige Richtung für das Team ist“, meinte Horner.

Die Entscheidung kam nicht ganz überraschend: Red Bulls Schwesterteam Toro Rosso wird bereits seit dieser Saison von Honda ausgestattet. Mit durchaus positiven Ergebnissen. Die Doppelpartnerschaft hat unbestreitbare Vorteile: „Mit zwei Teams können wir doppelt so viele Daten wie bisher abrufen“, erklärt Honda-Präsident Takahiro Hachigo.

Mit Honda im Heck will Red Bull endlich wieder mit Mercedes und Ferrari und deren Cheffahrern Lewis Hamilton und Sebastian Vettel mithalten und an die erfolgreichen Zeiten zwischen 2010 und 2013 anknüpfen. In der Ära der V8-Motoren hatte Red Bull vier Fahrertitel durch Vettel und vier Mal auch die Konstrukteurs-WM gewonnen. Damals war übrigens auch noch die Renault-Nissan-Konzernmarke Infiniti mit an Bord. Doch mit der Einführung der Hybrid-Motoren 2014 begann die Dominanz der Silberpfeile.

Porsche als Folge-Nachfolger im Gespräch

Das Verhältnis zwischen dem Team des Energydrink-Herstellers Dietrich Mateschitz und dem französischen Automobil-Hersteller war seitdem angespannt. Das Power-Defizit und die mangelnde Verlässlichkeit waren immer wieder Kritikpunkte. Zudem ist Renault mit Pilot Nico Hülkenberg mittlerweile selbst mit einem Werks-Team in der Formel 1. Bei Honda wäre Red Bull die Nummer eins.

Die Japaner hatten nach der vergangenen Saison eine dreijährige Partnerschaft mit McLaren beendet. Eine für beide Seiten erfolglose und schwierige Zeit, vor allem weil sich der Honda-Motor als unzuverlässig erwies. Mittlerweile ist die Honda-Abteilung besser aufgestellt und hat erfahrenere Leute geholt.

Die Laufzeit der Vertrags von zwei Jahren ist allerdings ungewöhnlich kurz. Grund dafür ist, dass sich Red Bull alle Möglichkeiten offen hält. Denn von 2021 soll ein neues, aber noch nicht verabschiedetes Motor-Reglement gelten. Es wird bereits spekuliert, dass dann Porsche in die Formel 1 wieder einsteigen könnte – als möglicher neuer Partner für Red Bull.

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