Alternative Antriebe Regierung: Gelungener Startschuss für sauberen Wasserstoff

Autor / Redakteur: dpa/ls / Lena Sattler

Bei der Zwischenbilanz zur Wasserstoffstrategie der Regierung fordern Politiker einen beschleunigten Einstieg bei grünem Wasserstoff. Laut einer Analyse hat hier die Erzeugung durch Offshore-Windenergie großes Potenzial.

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Laut Experten könnten durch Windkraftanlagen auf See mehr als 1,2 Millionen Tonnen Wasserstoff jährlich produziert werden.
Laut Experten könnten durch Windkraftanlagen auf See mehr als 1,2 Millionen Tonnen Wasserstoff jährlich produziert werden.
(Bild: gemeinfrei/Pixabay)

Die Bundesregierung zieht gut ein Jahr nach dem Start ihrer „Nationalen Wasserstoffstrategie“ eine positive Zwischenbilanz. Die Strategie sei mit Nachdruck vorangetrieben und wichtige Grundlagen für Investitionen aus der Wirtschaft und für Forschungsinitiativen seien geschaffen worden, heißt es in einem ersten Zwischenbericht, der an diesem Mittwoch (22. September) im Bundeskabinett verabschiedet wurde.

Verwiesen wird darin unter anderem auf 62 „Wasserstoff-Großprojekte“, die mit insgesamt acht Milliarden Euro gefördert würden. Dabei handelt es sich um Projekte zur Wasserstofferzeugung, zur Nutzung im Verkehr bis hin zu Anwendungen in der Industrie. „Wir haben in vielen Bereichen große Projekte auf den Weg gebracht“, sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Klar sei aber auch, das Tempo des Einstiegs in eine grüne Wasserstoffwirtschaft müsse in den nächsten Jahren noch weiter gesteigert werden.

Auch der Wasserstoffbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Kaufmann (CDU), mahnte weitere Anstrengungen an. Um international zum „Leitmarkt und Leitanbieter grüner Wasserstofftechnologien“ zu werden, müsse man noch deutlich mehr tun, sagte er der DPA. Kaufmann forderte ein Sofortprogramm etwa mit Modellregionen für grünen Wasserstoff und „eine Vorfahrt für Investitionen in innovative Wasserstofflösungen im Genehmigungs- und Ordnungsrecht“.

Grüner Wasserstoff durch Offshore-Windkraft

Die Bundesregierung hatte die Strategie im Juni 2020 beschlossen. Sie sieht Milliarden-Zuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vor. Im Zentrum steht vor allem der Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Ein Beispiel für den sogenannten grünen Wasserstoff wäre die Gewinnung durch Windenergie. Die Erzeugung von Wasserstoff auf See hat in Deutschland Experten zufolge ein großes Potenzial: Jährlich könnten auf diesem Wege mehr als 1,2 Millionen Tonnen Wasserstoff oder bis zu 44 Terawattstunden produziert werden, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse hervorgeht. Die Stiftung Offshore-Windenergie hatte im Rahmen eines Landesförderprogramms in Niedersachsen das Beratungsunternehmen Deutsche Windguard mit der Untersuchung beauftragt.

Um diese Werte erreichen zu können, muss demnach die Offshore-Windenergie deutlich ausgebaut werden: auf mindestens 40 Gigawatt jährlich. Derzeit erzeugten Windkraftanlagen auf See jährlich etwa 7,7 Gigawatt Strom in Deutschland. Durch die Nord- und Ostsee stehen dabei insbesondere die norddeutschen Bundesländer im Fokus. Zum Vergleich: Ein großes Kohlekraftwerk hat eine Leistung von etwa einem Gigawatt.

Grüner Wasserstoff, der ausschließlich mit erneuerbarer Energie, also etwa Windkraft, gewonnen wird, gilt als einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. Er kann als Basis für Kraft- und Brennstoffe dienen, um etwa in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas abzulösen. In der Automobilbranche rückt das Thema immer mehr in den Fokus: Gefordert wird, dass nicht nur die Elektromobilität, sondern auch E-Fuels verstärkt im Straßenverkehr zum Einsatz kommen sollen.

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