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EDAG Reinrassiges Car-Sharing-Fahrzeug

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Entwicklungsdienstleister EDAG stellt auf dem Genfer Autosalon das Konzept eines reinrassigen Car-Sharing-Fahrzeug vor. Das elektrisch angetriebene „Light Car Sharing“ hat eher die Anmutung eines öffentlichen Verkehrsmittels als die eines komfortablen Pkws für den Individualverkehr.

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„Mit dem Light Car Sharing stellen wir auf dem Genfer Automobilsalon ein robustes und trendiges Fahrzeugkonzept und eine neue Einstellung zur Mobilität vor“, sagte Jörg Ohlsen, CEO der EDAG Group, am Dienstag. „Das Fahrzeugkonzept ist konsequent auf den Zweck ausgelegt, unkompliziert von A nach B zu kommen und ist zudem über mobile Internetlösungen buch- und kombinierbar mit anderen Verkehrsmitteln. Aufgrund der heute noch hohen Preise für Elektrofahrzeuge, könnte die nahe Zukunft der Elektromobilität in Form von Car-Sharing-Fahrzeugen stattfinden, die ich eher als Investitionsgut denn als Konsumgut sehe“, so Ohlsen weiter.

Vernetzte Mobilität zum Mieten

Das neue Mitglied der „Light Car-Familie“ mittels großer Leuchtflächen auf der Kunststoffkarosse mit der Umgebung. Ob das Auto zu mieten ist oder bereits von einem anderen Kunden reserviert wurde, zeigt die Studie ebenso wie seine momentane Reichweite durch ein veränderbares Lichtdesign an. Darüber hinaus bietet das Light Car-Konzept dem Betreiber die Möglichkeit, Werbeflächen auf der Heckscheibe zu vermarkten.

Die Buchung erfolgt via Internet und ermöglicht dem Kunden den Zugang zum Leihfahrzeug über einen elektronischen „Bluetooth-Schlüssel“. EDAGs Mobilitätskonzept sieht einen induktives Laden an speziellen Parkplätzen vor.

Robust und pflegeleicht

Von außen zeigt sich das Fahrzeug unkonventionell: Mit einer Fahrzeughöhe von 1,90 Meter bietet die Studie einen komfortablen Einstieg; der ungünstige cw-Wert ist laut EDAG für ein Stadtfahrzeug eine eher zu vernachlässigende Größe ebenso wie die Reichweite und die Höchstgeschwindigkeit, die auf 100 km und 100km/h ausgelegt wurden.

Für die Außenhautteile sind Faserverbundwerkstoffe und leichte Kunststoffteile vorgesehen. Das Karosseriekonzept ist auf eine Nutzung von deutlich über zehn Jahren ausgelegt.

Neben zwei Seitentüren mit einfachen Schiebefenstern steht den bis zu sechs Passagieren eine Heckeinstiegstür zur Verfügung. Durch die geteilte Hintertür können die Passagiere auf einem der sechs Klappsitze Platz nehmen. Die Bestuhlung ist in zwei Dreiersitzreihen aufgeteilt, die in einer Rücken an Rücken-Formation platziert sind. Die in Höhe der B-Säule positionierten Sitzreihen übernehmen zudem Struktureigenschaften.

„Besonders hervorzuheben ist das System der klappbaren Sitzbestuhlung, die im Falle der Nichtbenutzung einen maximalen Laderaum bietet“, sagte Projektleiter Andreas Verwold. Die eigentlichen Sitzflächen, die leicht verschmutzen, sind als leicht austauschbare Polstermodule in die Sitze integriert.

„Nutzen steht im Vordergrund“

Die Innenraumgestaltung entspricht eher einem öffentlichen Verkehrsmittel als einem Auto für den Individualverkehr. „Bei der Definition eines Sharing-Fahrzeugs mussten wir komplett umdenken und ganz andere Maßstäbe an die formalen und funktionellen Aspekte des Fahrzeugs stellen“, erläuterte EDAG Chef-Designer Johannes Barckmann. „Wer ein Auto nur stundenweise nutzt, stellt ganz andere Anforderungen an ein Fahrzeug als ein Privatbesitzer. Der reine Nutzen steht im Vordergrund.“

Im Light Car Sharing gibt es keine Ablageflächen oder aufwendige Türverkleidungen. Neben Gas, Bremse und Lenkrad findet der Fahrer lediglich einen Blinker-Hebel vor. Als einziges Anzeigeelement dient ein Display, das die rudimentären Informationen wie Geschwindigkeit, Ladezustand, Reichweite und Navigation zur Verfügung stellt. Heizung, Scheibenwischer oder Licht werden automatisch über Sensoren gesteuert.

Zusatzfunktionen wie Entertainment und Internetzugang können auf Wunsch optional dazugebucht werden oder werden mit einem mobilen Endgerätes mit ins Fahrzeug gebracht. Im Vordergrund für die Entwickler stand die einfache Bedienbarkeit sowie die Buchung über eine Smartphone-Applikation, die auch mit anderen Verkehrsmittelanbietern vernetzt ist.

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