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OEM Renault will Wachstum 2015 fortsetzen

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Nach Jahren des Rückgangs konnte Renault 2014 den Absatz seiner Kernmarke steigern. Ein Wermutstropfen bleibt: Die Marktführerschaft der E-Mobilität ist verspielt, neue E-Modelle sind nicht in Sicht.

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Olivier Gaudefroy, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland
Olivier Gaudefroy, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland
(Foto: Renault)

Renault Deutschland hat im vergangenen Jahr seine Ziele übertroffen und konnte Marktanteile gewinnen. Insgesamt hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 172.700 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge der Marken Renault und Dacia verkauft. Ein Zuwachs von 10.000 Einheiten im Vergleich zu 2013. Mit dem Plus von 6,4 Prozent wuchsen die beiden Marken doppelt so stark wie der Gesamtmarkt, der um 3,2 Prozent zulegte. Der Marktanteil verbessert sich um 0,2 Punkte auf 5,3 Prozent.

„Wir wollen beim Marktanteil weiter wachsen“, erklärte Olivier Gaudefroy, Vorstandsvorsitzender von Renault Deutschland das Ziel für das laufende Jahr. „Wir wollen die Erfolge aus 2014 fortführen und setzen dabei auf die kommenden Modellneuheiten, die wichtige Impulse mit sich bringen werden.“ Konkrete Zahlen nannte Gaudefroy weder zu den Gesamterwartungen noch zu den einzelnen Modellen.

Hoffnungsträger für das laufende Jahr ist vor allem das auf dem Nissan Qashqai basierende SUV, das Renault im Juli auf den Markt bringen wird. Die deutsche Tochter des japanischen Allianzpartners hat 2014 rund 25.000 Stück davon verkauft, etwa die Hälfte des gesamten Nissan-Absatzes.

Auch der neue Twingo dürfte zu einer positiven Entwicklung beitragen: Derzeit schreiben die Händler rund 2.000 Aufträge im Monat. Zudem kommen auch der Espace (April) und der Laguna (voraussichtlich Oktober) neu auf den Markt, allerdings dürften deren Zuwächse überschaubar sein.

Zulegen konnten im vergangenen Jahr beide Konzernmarken – Dacia und die Kernmarke. „Die Marke Renault hat dank neuer, attraktiver Modelle seit 2011 erstmals wieder bei Verkaufsvolumen und Marktanteil hinzugewonnen“, betonte Gaudefroy. Der Pkw-Absatz stieg um rund 6.000 Einheiten auf 105.300 Stück, allerdings stammen zwei Drittel der Zuwächse aus taktischen Neuzulassungen.

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Noch besser war die Entwicklung bei Dacia. Von der Billigmarke verkaufte das Unternehmen 50.700 Einheiten, ein Plus von 7,4 Prozent oder 3.500 Neuzulassungen. Damit hat der Importeur zum ersten Mal die Marke von 50.000 Einheiten geknackt.

Wermutstropfen bleibt die Entwicklung bei Elektrofahrzeugen. Einst hoffnungsvoll als Pionier gestartet, muss Renault nun die Marktführerschaft abgeben. „Wir haben unsere Ziele nicht erreicht, weil sich der Markt nicht wie erhofft entwickelt hat“, begründet Renault-Vertriebsvorstand Christophe Mittelberger das Abschneiden. Für eine bessere Marktentwicklung würden die Subventionen fehlen.

Mit 8.200 verkauften Elektroautos bis Ende November dümpelte der Markt 2014 zwar auf niedrigem Niveau, konnte allerdings um mehr als 30 Prozent zulegen. Da konnte Renault nicht mithalten: 1.300 Elektroautos verkauften die Franzosen in diesem Zeitraum. „Wir haben eine leichte Steigerung, aber weniger als erwartet“, bedauert Mittelberger. Im Gesamtjahr 2013 kam Renault mit den ZE-Modellen Zoe, Kangoo und Fluence auf 1.400 Stück. Besserung ist nicht in Sicht: Während zahlreiche Wettbewerber auch 2015 mit neuen E-Modellen auf den Markt kommen, sind diese bei Renault nicht geplant.

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