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Zulieferer Richtungsstreit bei ZF hat personelle Konsequenzen

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Jens Scheiner

Der Autozulieferer ZF ist betriebswirtschaftlich auf Kurs, doch über die weitere Strategie herrscht in den Führungszirkeln Zwist. Nun hat der Aufsichtsratschef das Handtuch geworfen, und auch der Entwicklungschef muss gehen.

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Weil man sich beim Automobilzulieferer ZF nicht auf eine Strategie einigen kann, ziehen Konzern und Führungskräfte nun die Konsequenzen.
Weil man sich beim Automobilzulieferer ZF nicht auf eine Strategie einigen kann, ziehen Konzern und Führungskräfte nun die Konsequenzen.
(Bild: ZF)

In der Führungsetage des Automobilzulieferers ZF scheinen sich die Führungskräfte nicht mehr grün zu sein. Das zumindest legt ein Bericht des „Südkurier“ nahe. Der Eindruck wird gestützt durch die jüngsten Personalien des Konzerns, der vor zwei Jahren noch problemlos den Konkurrenten TRW schluckte. Zum einen ist Aufsichtsratschef Giorgio Behr zurückgetreten. Zum anderen verlässt Entwicklungschef Harald Naunheimer das Unternehmen.

„Herr Behr hat sein Amt mit einer vierwöchigen Frist niedergelegt“, bestätigte ein ZF-Sprecher am Mittwochabend einen Bericht des „Handelsblatts“. Naunheimer werde das Unternehmen bereits zum 30. November verlassen, so der Sprecher weiter. Laut dem „Südkurier“ wurde ihm fristlos gekündigt. Ein Nachfolger ist laut dem ZF-Sprecher bereits gefunden und werde kommende Woche vorgestellt. Details zu den Umständen und Gründen der Trennung wollte das Unternehmen nicht nennen.

Schon in den Monaten zuvor gab es laut dem „Südkurier“ Streitigkeiten zwischen dem Management und der Zeppelin-Stiftung, der das Unternehmen mehrheitlich gehört. Selbst ein Abschied von ZF-Chef Stefan Sommer sei nach einem Streit mit Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand, gleichzeitig Vorsitzender der Zeppelin-Stiftung, denkbar gewesen. Nun schafft das Unternehmen – offenbar unter dem Eindruck dieses Konflikts um die grundsätzliche strategische Ausrichtung – Fakten. Dazu passt die Begründung Behrs für seinen frühzeitigen Abschied: Er wolle Veränderungen nicht im Wege stehen.

Naunheimer wurde im Jahr 2009 Leiter der Abteilung Zentrale Forschung und Entwicklung. Behr war seit 2008 Chef des ZF-Aufsichtsrats. Er hatte sich zuletzt wie Vorstandschef Sommer für weitere Zukäufe ausgesprochen, während die Zeppelin-Stiftung um den Oberbürgermeister auf Schuldenabbau und die Auszahlung von hohen Dividenden drängt.

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