Supersportwagen Roding Roadster: Porsche-Killer aus Carbon

Autor / Redakteur: sp-x / Thomas Günnel

Man wird ja wohl noch träumen dürfen: Vier ehemalige Studenten und zwei Unternehmer bauen jetzt ihren eigenen Porsche-Killer aus Karbon. Vier Jahre haben sie geplant, konstruiert, entwickelt und getestet – und im Sommer ist es endlich soweit: Dann kommt ihr Roding Roadster auf die Straße.

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950 Kg leicht und 320 PS stark, die Montage erfolgt binnen drei Wochen von Hand: Der Roding Roadster ist ernsthafte Konkurrenz zu Porsche & Co..
950 Kg leicht und 320 PS stark, die Montage erfolgt binnen drei Wochen von Hand: Der Roding Roadster ist ernsthafte Konkurrenz zu Porsche & Co..
(Roding Automobile)

Benannt nach der bayerischen Kleinstadt, in der er binnen drei Wochen von Hand montiert wird, ist der Zweisitzer genau das Auto, auf das alle Welt zum Beispiel von Lotus oder Porsche gewartet hätte. Denn was bei den großen Herstellern auf dem Weg von der Theorie in die Praxis gerne verloren geht, hat das Roding-Team um Initiator Stefan Kulzer bis zum Ende durchexerziert: Den konsequenten Leichtbau – 950 Kilo machen den Roadster zum Fliegengewicht unter den Sportwagen.

Möglich macht das ein Karosseriekonzept, wie es auch BMW bei den Elektrofahrzeugen der I-Reihe plant: Fahrwerk und Motor hängen in Rahmen aus Aluminium-Profilen, die mit einem komplett aus Karbon gebackenen Monocoque verschraubt werden. Die schwarze Kohlefaser-Hülle umfasst noch mehr Bauteile als etwa beim Lamborghini Aventador, wiegt 120 Kilogramm und macht den Roadster laut Kulzer ungeheuer steif und sicher.

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Sechs Zylinder, 320 PS und 450 Nm

In Fahrt bringt den kaum mehr als vier Meter langen und nicht einmal hüfthohen Tiefflieger ein Sechszylinder von BMW, der nach alter Väter Sitte im Heck montiert ist und natürlich nur die Hinterräder antreibt. Aus drei Litern Hubraum mobilisiert er 235 kW/320 PS, bringt 450 Nm auf die Straße und macht den Roding zusammen mit einem knackig-knappen Sechsganggetriebe zur absoluten Spaßgranate: Mit einem Gewindefahrwerk wie ein Rennwagen liegt er in den Kurven wie das sprichwörtliche Brett auf dem Asphalt, ermöglicht Kurvengeschwindigkeiten nah an den Grenzen der Fahrphysik, und auf der Geraden wird der Roadster zur Rakete: 3,9 Sekunden genügen ihm für Tempo 100, und wer einmal bei 140 Sachen zurückgeschaltet und noch einmal Gas gegeben hat, der glaubt die 285 km/h Spitze unbesehen.

Überraschend viel Platz

Weil Kulzer und Konsorten aber nicht nur ein Spielzeug für Sportfahrer bauen, sondern auch ein paar Genießer erreichen wollten, ist der Roding kein Rennwagen mit Straßenzulassung. Man kann sich am Steuer sogar ein bisschen wohlfühlen: Für seine gut vier Meter bietet der innen mit viel Leder und blankem Aluminium ausstaffierte Roadster deshalb überraschend viel Platz. Auch mit 1,90 Metern stoßen Kopf und Knie nirgends an, die Distanz zum Nachbarn ist sittlich unbedenklich, und wer tief genug in die engen Recaro-Schalen rutscht, duckt sich auch unter dem Fahrtwind durch.

Schluss mit Purismus

Sogar an das Gepäck haben die Entwickler gründlicher gedacht als viele Konkurrenten: Vorn gibt’s deshalb nicht nur einen 330 Liter großen Kofferraum, sondern auch eine Skiladeluke bis in den Mitteltunnel und ein extra Fach für die beiden herausnehmbaren Dachhälften. Außerdem sparen die Newcomer nicht an Ausstattung: Navigationssystem und E-Fenster zum Beispiel sind immer an Bord und machen Schluss mit dem Purismus, den man von vielen selbstgebauten Rennwagen kennt.

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Den Spaß mit dem vielleicht radikalsten Roadster der Republik muss man sich aber einiges kosten lassen: 155.000 Euro verlangt Roding für die 23 Exemplare limitierte Erstlingsserie und hat schon beim Messedebüt in Genf fünf Autos verkauft. Denn auf der einen Seite ist das zwar viel Geld für einen Sportwagen, der kaum größer ist als ein Audi TT und kaum stärker als ein Porsche Boxster. Aber es ist ein Schnäppchen für einen Karbon-Flitzer, der es mit Mercedes SLS und Audi R8 aufnehmen kann. Deshalb ist Kulzer sicher, dass auch die restlichen Exemplare schnell verkauft sind: „Bei 60 ernsthaften Interessenten für 18 Autos müssen wir uns wohl keine Sorgen machen.“

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