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Continental Rote Zahlen für Conti

| Redakteur: Thomas Weber

Der Automobilzulieferer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Nun soll der Rotstift noch stärker als bisher angesetzt werden.

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Continental ist im vergangenen Jahr angesichts der dramatischen Krise in der Automobilindustrie tief in die roten Zahlen gerutscht und hat einen Milliardenverlust erlitten. Der Konzern will nun noch stärker als bisher den Rotstift ansetzen. Vorstandschef Karl-Thomas Neumann sagte am heutigen Donnerstag in Hannover, Conti will Investitionen zurückfahren und bei Forschung und Entwicklung sparen. Außerdem soll die Kurzarbeit ausgeweitet werden. Conti, dessen Großaktionär Schaeffler schwer angeschlagen ist und um Staatshilfen bittet, rechne im laufenden Jahr mit „erheblichen Restrukturierungsmaßnahmen“. Der Abbau des hohen Schuldenberges habe oberste Priorität.

Unterm Strich lag das Konzernergebnis 2008 bei minus 1,12 Milliarden Euro. Dies ist ein Rekordverlust und lag vor allem an einer Milliarden-Abschreibung im Zuge der Übernahme der Siemens-Tochter VDO. Die erforderliche Abschreibung des Automotive-Geschäfts aufgrund der schwächeren Marktentwicklung „enttäuscht uns natürlich sehr“, sagte Neumann. Im Jahr 2007 hatte das Ergebnis noch bei plus 1,02 Milliarden Euro gelegen.

Das Ergebnis bereinigt um Sondereffekte stieg aber im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Daher sieht sich die Continental im operativen Geschäft auf Kurs. Großaktionär Schaeffler ist wegen der Conti-Übernahme hoch verschuldet und bittet um Staatshilfen. Neumann sagte, Conti wolle dafür sorgen, nicht „Teil des Problems“, sondern „Teil der Lösung“ zu sein. Conti und Schaeffler arbeiten derzeit an einem Konzept zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Autozulieferer-Sparten. Dies werde aber noch Monate dauern, so Neumann. Die Conti-Reifensparte soll ausgegliedert werden.

Der Conti-Vorstandschef betonte, ohne die Abschreibungen in Höhe von 1,23 Milliarden Euro hätte der Konzern im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Conti hatte für VDO mehr als 11 Milliarden Euro bezahlt. Neumann sagte, die mit dem VDO-Kauf verbundenen Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, der Kauf sei sicher kein „Schnäppchen“ gewesen. Dennoch sei die Übernahme der richtige Schritt gewesen, denn Conti sei damit in den wichtigsten Branchentrends Sicherheit, Umwelt und Information bestens positioniert.

Sorgenkind unter den einzelnen Konzernsparten bleibt der Geschäftsbereich Powertrain, der etwa Antriebsstränge fertigt. Der Bereich verzeichnete Verluste. Dagegen erzielte Conti etwa im Bereich Pkw-Reifen eine vergleichsweise hohe Rendite.

Mit konkreten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr hielt sich die Conti-Spitze angesichts der unsicheren Zukunft der Autoindustrie zurück. Neumann sagte, der Umsatzrückgang gerade in den Autozulieferer-Sparten dürfte sich im ersten Halbjahr 2009 noch einmal beschleunigen. Das Unternehmen erwarte aber für 2009 unter dem Strich wieder ein positives Ergebnis - falls Abschreibungen ausblieben.

dpa

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