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KUKA Rote Zahlen wegen Kundenpleite

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die eingebrochenen Autoverkäufe zum Ende des Jahres haben nach Ansicht von Analysten auch dem Roboter- und Anlagenbauer KUKA das Geschäft verdorben. Die Bestellungen im Schlussquartal brachen nach Einschätzung von Experten binnen eines Jahres um knapp 9 Prozent auf 262,5 Millionen Euro ein. Den Umsatz taxieren die Analysten angesichts abzuarbeitender alter Bestellungen dagegen stabil bei 355,6 Millionen Euro.

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KUKA legt am Dienstag (3. Februar) seine vorläufigen Zahlen vor. Der Konzern hängt am Tropf der Autoindustrie. In seinem Anlagenbau ist das Unternehmen zu 85 Prozent von den Fahrzeugproduzenten abhängig, bei der kleineren Robotersparte sind es immer noch knapp 50 Prozent. Entsprechend hart wurde das Unternehmen von der Absatzkrise der Autobauer getroffen. KUKA musste sein ursprüngliches Wachstumsziel bereits kassieren.

Insolvenz eines Kunden

Zusätzlich belastet wird KUKA von der Insolvenz eines Kunden aus der Autozuliefer-Industrie, dessen Rechnung über 23 Millionen Euro noch offen ist. Dies führt nach Analystenerwartung zu roten Zahlen im Schlussquartal: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ist demnach von plus 21,3 auf minus 2,7 Millionen Euro gesunken und der Überschuss von plus 21,1 auf minus 2,5 Millionen Euro. Das ehedem für das Gesamtjahr gesetzte EBIT-Margenziel von 5,5 Prozent dürfte danach verfehlt worden sein.

Für das laufende Jahr 2009 hatte Vorstandschef Horst Kayser sich noch keine Prognose zugetraut und gesagt, er wolle erst das Auftaktquartal abwarten. Er hofft mittelfristig darauf, dass die Fahrzeug-Hersteller vermehrt neue Produktionsanlagen für verbrauchsärmere Modelle ordern. Kurzfristig, das musste er bereits einräumen, dürften die Aufträge im Anlagengeschäft jedoch weiter zurückgehen. Die renditestarke Robotersparte soll jedoch unverändert wachsen. Hier hatte sich KUKA mehr und mehr von der Autoindustrie emanzipiert und war etwa in den Flugzeugbau oder die Medizintechnik vorgestoßen.

Neuer Großaktionär

Ein Hoffnungsschimmer bildet auch der langjährige Geschäftspartner und neue Großaktionär Grenzebach, der Anfang Dezember mit 5,43 Prozent bei der Aktiengesellschaft eingestiegen war. Der schwäbische Maschinenbauer und KUKA wollen künftig noch enger kooperieren. In den vergangenen Jahren hat Grenzebach rund 150 Roboter abgenommen und in seine eigenen Anlagen integriert. Spezialität des Mittelständlers ist der Materialfluss - etwa der Koffertransport auf Flughäfen oder die Handhabung von Glas.

Durch Grenzebach will KUKA seine Abhändigkeit von der Automobilindustrie weiter verringern. Mittelfristig soll der Anteil der autofremden Industrie am Konzernumsatz auf knapp ein Drittel ansteigen. Die Deutsche-Bank-Analysten Bastian Synagowirtz und Matthias Pfeiffenberger sehen in der breiteren Aufstellung den richtigen Weg für KUKA. Doch UBS-Analyst Sebastian Ubert monierte, dies ginge nicht schnell genug. Er sieht die Notwendigkeit eines Sparprogramms.

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