Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Automatisiertes Fahren Rückholen des Fahrers beim pilotierten Fahren

| Autor / Redakteur: Hartmut Hammer / Thomas Günnel

Die Übergabe der Verantwortung vom Fahrsystem zum Fahrer wirft noch technische und rechtliche Fragen auf. Insbesondere die Zeit und Verlässlichkeit der „Rückholung“ des Fahrers in die Verantwortung ist ein sensibles Feld.

Firmen zum Thema

Die Übergabe der Verantwortung vom Fahrsystem zum Fahrer ist eine sensible Angelegenheit – und es gibt einige technische und rechtliche Besonderheiten zu beachten.
Die Übergabe der Verantwortung vom Fahrsystem zum Fahrer ist eine sensible Angelegenheit – und es gibt einige technische und rechtliche Besonderheiten zu beachten.
(Bild: Volkswagen)

Die Stufe 5 des automatisierten Fahrens (Definition nach VDA, Verband der Automobilindustrie) ist gleichsam die Königsdisziplin. Sollte sie künftig erreicht werden, übernehmen Fahrsysteme vollumfänglich die Fahraufgaben – in allen Situationen. Bis dahin müssen die Autofahrer aber noch aufpassen. Denn bei der aktuell erreichten Stufe 2 (teilautomatisiertes Fahren) übernehmen Assistenzsysteme zwar die Längs- und Querführung in speziellen Anwendungsfällen (zum Beispiel der Stauassistent). Aber der Fahrer fungiert noch durchgehend als Rückfallebene: Er muss die Systeme dauerhaft überwachen und gegebenenfalls sofort eingreifen. In der nächsten Stufe (hochautomatisiertes Fahren) sind weitere Anwendungen für die Längs- und Querführung zu erwarten. Der gravierende Unterschied zur Stufe 2: Der Fahrer wird die Funktionen nicht dauerhaft überwachen müssen, denn diese wandeln sich vom reinen Assistenten zu Fahrfunktionen, die über längere Phasen eigenverantwortlich das Fahrzeug führen können. Allerdings bleibt der Fahrer die Rückfallebene: Er muss auf „Zuruf“ die Verantwortung wieder übernehmen, sobald das System erkennt, dass es an seine Grenzen stößt.

Dieser Schritt von der assistierten zur automatisierten Fahrt bringt einige Herausforderungen mit sich. Denn es wächst sukzessive die Anzahl der Übernahmeszenarien – die Mensch-Maschine-Interaktion wird immer wichtiger. Erstens muss der Fahrer eine eindeutige Rückmeldung erhalten, ob das Fahrzeug die Kontrolle über die Fahraufgabe übernommen hat oder ob der Fahrer diese Rolle wahrnehmen muss. Zweitens muss der Fahrer die bevorstehende Übergabe der Verantwortung an ihn sicher und rasch wahrnehmen. Dies wird umso wichtiger, da er zu diesem Zeitpunkt vielleicht durch andere Tätigkeiten abgelenkt ist – was künftig durchaus erlaubt sein könnte.