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Rheinmetall Rüstung rettet Auto

| Redakteur: Bernd Otterbach

Rheinmetall hat sich im ersten Halbjahr mit seinem boomenden Rüstungsgeschäft über die Schwierigkeiten in der Automobilzuliefer-Sparte hinweggerettet.

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Unterm Strich konnte das Unternehmen seinen Umsatz stabil halten und den Gewinn steigern, blieb jedoch leicht unter den Erwartungen der Analysten. Für das Gesamtjahr hielt der Konzern an seiner Prognose fest. „Unser Defence-Geschäft erweist sich mit seinen langfristigen Projekten als ein stabiles Fundament“, sagte Vorstandschef Klaus Eberhardt am Dienstag in Düsseldorf.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich binnen eines Jahres von 96 auf 102 Millionen Euro. Die sechs von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten waren allerdings von fast 104 Millionen Euro ausgegangen. Der Überschuss legte von 46 auf 54 Millionen Euro zu, der Umsatz blieb nahezu stabil bei 1,885 Milliarden Euro.

Rüstung stark, Auto schwach

Im Rüstungsgeschäft profitierte Rheinmetall einmal mehr vom Umbau der Verteidigungsarmeen hin zu schnellen Eingreiftruppen. Entsprechend gefragt sind leichte bis mittelschwere gepanzerte Fahrzeuge, die sich per Flugzeug verlegen lassen. Der Umsatz in der Sparte stieg um 3 Prozent auf 737 Millionen Euro, die EBIT-Rendite verbesserte sich von 5,3 auf 7,4 Prozent. In den Büchern stehen momentan Aufträge über mehr als 3,4 Milliarden Euro. Rheinmetall hatte im Mai den Zukauf des niederländischen Panzerbauers Stork PWV abgeschlossen und hofft auf den Abschluss der mehrheitlichen Übernahme der südafrikanischen Denel Munitions bis September.

Die größere der beiden Sparten - das Automobilzuliefer-Geschäft - musste dagegen einen Umsatzrückgang von 1,162 auf 1,148 Milliarden Euro hinnehmen, die EBIT-Rendite sank von 5,2 auf 4,8 Prozent. Der Konzern habe sich der „schwächeren Automobilkonjunktur in den USA nicht völlig entziehen konnten“, sagte Vorstandschef Eberhard. Die Zuwächse in den Schwellenländern konnten die vom schwachen Dollar getriebenen Rückgänge in Amerika nicht gänzlich ausgleichen. Ergebnisseitig kam eine Einmalbelastung aus dem Abbau von 250 Stellen in der Kolbenfertigung in Neckarsulm und Hamburg hinzu. Alle Sondereffekte herausgerechnet, sprach das Unternehmen von einer stabilen Entwicklung.

Prognose bestätigt

Auch für das Gesamtjahr werden die Düsseldorfer in ihrer Autozuliefer-Sparte vorsichtiger. „Unter Umständen werden wir das angepeilte organische Wachstum von 3 Prozent nicht erreichen“, sagte ein Sprecher. „Im Defence-Bereich sind wir dagegen optimistischer.“ Hier werde das geplante organische Umsatzwachstum von 5 Prozent voraussichtlich übertroffen.

Bei der Rendite hofft Rheinmetall im Autobereich auf eine stabile Entwicklung, die Rentabilität bei der Rüstung soll steigen. Letztlich geht der Konzern davon aus, dass sich die beiden Entwicklungen ausgleichen das Unternehmen bestätigte seine EBIT-Jahresprognose von 280 bis 290 Millionen Euro. Spätestens 2010 soll die EBIT-Rendite dann wie geplant bei 9 Prozent liegen; im ersten Halbjahr 2008 hat sie sich von 5,1 auf 5,4 Prozent verbessert.

dpa

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