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TMD Friction Russischer Investor hat die Nase vorn

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der insolvente Leverkusener Bremsbelaghersteller TMD Friction könnte einem Zeitungsbericht zufolge an einen Investor aus Russland gehen. Die Beteiligungsgesellschaft Pamplona Capital Management des früheren russischen Topbankers Alex Knaster führt exklusive Verkaufsgespräche über TMD.

Dies berichtet die „Financial Times Deutschland“ am Dienstag unter Berufung auf zwei Verhandlungsteilnehmer. Auch die Münchner Private-Equity-Firma Orlando rechne sich noch Chancen aus, gelte derzeit aber nicht als Favorit, schreibt die zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Aus dem Rennen sei der US-Zulieferer Federal Mogul - offenbar wegen kartellrechtlicher Schwierigkeiten.

Insolvenzverfahren seit 1. März

TMD Friction, nach eigenen Angaben weltweit größter Bremsbelägehersteller, hatte Anfang Dezember 2008 Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Hauptgrund dafür sei die sinkende Nachfrage in der Autobranche im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, hieß es. Das Amtsgericht Köln eröffnete zum 1. März das Insolvenzverfahren.

100 Millionen Euro geboten

Pamplona hat nach FTD-Informationen knapp 100 Millionen Euro geboten und will dies komplett mit Eigenkapital finanzieren. Die Gesellschaft wurde 2005 vom früheren Chef der russischen Alfa-Bank, Knaster, in London gegründet. Wichtigster Geldgeber ist die russische Finanz- und Industriegruppe Alfa. In Deutschland ist der Investor am Nutzfahrzeug-Zulieferer SAF-Holland und am Schmuckhersteller Amor beteiligt.

Zweifel an Orlando

Konkurrent Orlando wolle zwar mehr zahlen, doch bestünden Zweifel, ob die Sanierungsspezialisten das Geld aufbringen können, schreibt die Zeitung. Ein Teil des Preises solle mit Krediten finanziert werden. Dafür bestünden zwar Bankenzusagen aber unter der Bedingung, dass das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft stellt.

dpa

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