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Auslandsmärkte Russischer Pkw-Markt bricht ein

| Redakteur: Christoph Baeuchle

In den vergangenen Jahren haben die Hersteller Milliarden in Russland investiert. Nur scheint die Rechnung nicht aufzugehen: Der russische Markt liegt im ersten Halbjahr tief im Minus. Eine Wende ist nicht in Sicht.

Der russische Markt erfüllt in diesem Jahr die Hoffnungen nicht.
Der russische Markt erfüllt in diesem Jahr die Hoffnungen nicht.
(Foto: pixabay)

Der russische Automobilmarkt hat zur Jahresmitte einen dramatischen Einbruch erlebt. Im Juni seien die Verkäufe um 17,3 Prozent auf 199.400 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zurückgegangen, teilte die Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB). Dies führte auch zu einem kräftigen Minus im ersten Halbjahr: Mit 1,23 Millionen verkaufter Einheiten liegt der Absatz um 7,6 Prozent unter der vergleichbaren Vorjahresprognose.

Hoffnungen auf eine Wende sind nicht in Sicht: „Der Markt wird seinen Abwärtstrend fortsetzen, in einem beschleunigten Tempo“, prognostiziert Jörg Schreiber, Chef von Mazda Motors Russland. Allein im zweiten Quartal lag das Minus bei 12,4 Prozent.

Entsprechend hat die Vereinigung ihre Erwartungen an den Markt angepasst. „In der zweiten Jahreshälfte werden die Verkäufe bei rund 1,2 Millionen Einheiten liegen“, prognostiziert Schreiber. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2013 entspricht dies einem Rückgang von 16 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet die Vereinigung nun mit 2,45 Millionen Verkäufen. Zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 12 Prozent beziehungsweise 335.000 Einheiten. Zu Jahresbeginn hatte die AEB noch mit einem Absatz auf dem Vorjahresniveau gerechnet: rund 2,73 Millionen Einheiten.

Doch die Unsicherheit unter den Russen scheint zu groß, als dass das Geld noch locker sitzt. Die russische Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten merklich abgekühlt. Einige Investoren haben ihr Geld abgezogen, der Rubel ist merklich gefallen. Hinzu kommen die Sanktionen des Westens im Rahmen der Ukraine-Krise.

Das bekommen auch die Automobilhersteller kräftig zu spüren. Nur die wenigsten können sich dem Abwärtstrend des Marktes entziehen. Dazu gehören vor allem die japanischen Hersteller: Im ersten Halbjahr waren zum Teil kräftig im Plus: Nissan (+29 %), Mazda (+18 %), Lexus (+17 %), Toyota (+5 %) und Mitsubishi (+2 %).

Auch die deutschen Autobauer können der Entwicklung trotzen: Mercedes-Benz (+19 %), Porsche (+17 %) und BMW (+1 %) legten in den ersten sechs Monaten zu, Audi (-1 %) ist nur leicht im Minus.

Doch die meisten Hersteller trifft der Rückgang mit voller Wucht: Bei Ford (-39 %), Peugeot (-31 %) und Suzuki (-28 %) sind die Rückgänge hoch im prozentual zweistelligen Bereich. Aber auch Lada (-15 %), Volkswagen (-13 %), Renault (-8 %) und Chevrolet (-19 %) sind als Big Player am russischen Markt tief in den roten Zahlen.

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