Elektromobilität

RWTH Aachen erhält Förderpreis für E-Mobil-Produktion

| Redakteur: Thomas Günnel

Der Street Scooter wurde für den Kurzstreckenverkehr entwickelt. Nach Aussagen der Entwickler ist bundesweit fast jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer.
Der Street Scooter wurde für den Kurzstreckenverkehr entwickelt. Nach Aussagen der Entwickler ist bundesweit fast jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer. (RWTH Aachen)

Meilenstein für die Elektromobilproduktion in Aachen: Am 11. Juli nahm Professor Dr. Achim Kampker, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen und Leiter des Bereichs „Elektromobilproduktion“ am WZL, einen Scheck in Höhe von 2,7 Millionen Euro entgegen.

Das Geld erhält die RWTH Aachen als Sieger im so genannten Ziel2-Förderwettbewerb „Automotive+Produktion.NRW“. Mit den Mitteln ko-finanziert das Land 80 Prozent für die technische Ausstattung einer so genannten Anlauffabrik. Diese dient dem Serienanlauf und der Produktion von Kleinserien von Elektrofahrzeugen, Batteriepacks und Elektromotoren. „Mit dieser finanziellen Unterstützung würdigen wir das zukunftsweisende Konzept der RWTH Aachen zur weiteren Entwicklung und Festigung des Standorts Nordrhein-Westfalen im Bereich der Schlüsseltechnologie „Elektromobilität““, sagte die Regierungspräsidentin Gisela Walsken, die den Scheck überreichte.

Für Professor Kampker, der deutschlandweit zu den Vordenkern auf dem Gebiet der Elektromobilität zählt, bedeutet der Sieg im Förderwettbewerb einen weiteren großen Schritt nach vorn. „Ich freue mich sehr, dass unser Ansatz hier überzeugte und wir mit unserer Strategie zur Produktion bezahlbarer Elektrofahrzeuge unter Einbindung und Qualifizierung mittelständischer Unternehmen auf dem richtigen Weg sind“, sagte der Wissenschaftler, der mit der Entwicklung und Produktion des preiswerten Elektrofahrzeugs „StreetScooter“ nicht nur in Fachkreisen große Aufmerksamkeit erlangte.

Cluster für Integrative Produktionstechnik

Die vom Land NRW ko-finanzierte Anlauffabrik ist neben dem geplanten Elektromobilitätslabor (E-Lab) und einer Demonstrationsfabrik Teil des neuen Zentrums für Elektromobilproduktion auf dem Campus der RWTH Aachen im Stadtteil Melaten. Die geplante Einrichtung zählt zum Cluster für Integrative Produktionstechnik. Sie eröffnet interessierten Unternehmen die Möglichkeit, produktionsreife Prototypen zu entwickeln und die Produktion ihrer Fahrzeuge beziehungsweise Komponenten zu testen.

An einer innovativen Dienstleistung dieser Art herrscht inzwischen großer Bedarf: Derzeit gibt es allein in Deutschland und der Schweiz mindestens 30 Initiativen, zumeist von kleinen und mittleren Unternehmen getragen, die eigene Fahrzeugkonzepte entwickeln. Davon haben zahlreiche das Ziel, Elektrofahrzeuge in einer Kleinserie herzustellen.

Testumfeld für Zulieferer

Die technische Realisierung von Elektrofahrzeugen ist aufgrund einfacherer Komponenten im Antriebsstrang leichter durchzuführen als bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen.

Die Anlauffabrik soll darüber hinaus Zulieferbetrieben im „klassischen Automobilbau“ die Chance eröffnen, Montierbarkeit und Serientauglichkeit von entwickelten Komponenten unter realen Bedingungen wie beim Automobilhersteller zu testen. Da es sich bei zahlreichen Automobilzulieferern um kleine und mittlere Unternehmen handelt, ist eine Anlauffabrik mit einem freien Zugang zu Fertigungs- und Montageanlagen für die Komponentenentwicklung besonders interessant: Aktuell übernimmt häufig noch der Automobilhersteller die Versuche zur Produzierbarkeit. Künftig müssen sich laut der RWTH Aachen aber auch Komponentenhersteller auf eine wachsende Verantwortung einstellen.

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