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Automomes Fahren Sartre-Kolonnen-Tests erfolgreich

| Redakteur: Bernd Otterbach

Für das Sartre-Projekt der EU wurden die ersten Kolonnen-Tests auf der Volvo-Versuchsstrecke in Göteborg erfolgreich durchgeführt. Damit rückt das autonome Fahren ein Stück näher.

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Ziel des Projektes ist es, Techniken für das eigenständige Fahren von Automobilen im Kolonnenverkehr auf Schnellstraßen zu entwickeln. An der Forschungsinitiative nimmt Volvo - neben mehreren Partnern aus unterschiedlichsten Bereichen - als einziger Automobilhersteller teil.

„Wir freuen uns, dass die unterschiedlichen Systeme schon bei den ersten Fahrtests so gut miteinander gearbeitet haben,“ sagt Erik Coelingh, Technik-Experte bei der Volvo Car Corporation. „Schließlich kamen die Systeme von sieben verschiedenen Partnern aus vier Ländern. Die extremen winterlichen Bedingungen führten dazu, dass wir im Bereich der Kameras und der Kommunikation der Systeme untereinander ein paar Extraschichten einlegen mussten,“ fügt er hinzu.

Sieben Unternehmen aus vier Ländern

Das Sartre-Projekt (Safe Road Trains for Environment), das seit einem guten Jahr läuft, ist auf insgesamt drei Jahre angelegt. In dieser Zeit sollen Kolonnen-Techniken entwickelt werden, die den Verkehrsfluss verbessern, Unfälle verhindern und den Kraftstoffverbrauch reduzieren sollen. Das Konsortium besteht aus sieben Partnern. Unter der Führung des britischen Entwicklungsdienstleisters Ricardo ist auch das Institut für Kraftfahrzeuge (IKA) der RWTH Aachen an dem Projekt beteiligt. Die anderen Partner sind Idiada und Robotiker-Tecnalia aus Spanien sowie SP Technical Research Institute und Volvo Technology aus Schweden.

Im ersten Praxistest wurde nun die notwendige Hardware in zwei Fahrzeuge installiert, eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug implementiert und eine Vielzahl von Sensoren eingebaut. Im Jahr 2011 folgen verschiedene Arbeitsphasen und 2012 soll das ambitionierte Konzept an einer aus fünf Fahrzeugen bestehenden Kolonne, die in der Lage sind, untereinander zu kommunizieren, vorgeführt werden.

Sparsamerer und sicherer Kolonnenverkehr

Mit Hilfe der neuen Technik könnten schon in naher Zukunft Fahrzeuge eigenständig im Kolonnenverkehr fahren. In der Praxis soll eine Kolonne durch ein so genanntes Führungsfahrzeug angeführt werden. Die anderen Teilnehmer sind durch Sensoren untereinander und mit dem Führungsfahrzeug verbunden. Sie sind mit einem Navigationssystem sowie einer Sender- bzw. Empfängereinheit ausgerüstet, mit deren Hilfe sie mit dem Führungsfahrzeug kommunizieren. In der Kolonne fahren diese Automobile vollkommen autonom. Die Fahrzeuge sind mit modernen Fahrerassistenzsystemen ausgerüstet, mit deren Hilfe die Fahrzeuge selbsttätig Gas geben und bremsen sowie die Lenkung bedienen - Funktionen, die schon heute zumindest teilweise realisiert sind. Sobald sich der jeweilige Fahrer seinem individuellen Ziel nähert, übernimmt er wieder selbst das Steuer und schert aus der Kolonne aus. Die anderen Fahrzeuge rücken dann automatisch auf.

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