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Alternative Kraftstoffe Scania: „Erdgas wird für Speditionen wichtiger“

Autor / Redakteur: Ampnet/SM / Thomas Günnel

Volkswagen stellt die Entwicklung von Erdgasmotoren ein – die Lkw-Tochter Scania sieht darin nach wie vor einen wichtigen alternativen Kraftstoff.

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Scania sieht in Erdgas eine wichtige Kraftstoff-Alternative für Speditionen.
Scania sieht in Erdgas eine wichtige Kraftstoff-Alternative für Speditionen.
(Bild: Scania)

„Fahrzeuge mit verflüssigtem Erdgas (Liquid Natural Gas, LNG) gewinnen bei Spediteuren an Bedeutung. Staatliche Förderung, Mautbefreiung, günstige Betriebskosten und eine bessere Umweltbilanz machen die kürzeren Serviceintervalle, die ein LNG-Scania benötigt, schnell wieder wett“, sagt Scania, die Lkw-Tochter von Volkswagen, und reagiert damit auf die Konzernaussage, keine Erdgasmotoren mehr zu entwickeln.

„Ein Scania mit Gasmotor stößt gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Lkw bis zu 15 Prozent weniger Kohlendioxid aus. Mit Biogas kann der Wert auf bis zu 90 Prozent klettern“, erklärt Stefan Ziegert, Produktmanager für nachhaltige Transportlösungen bei Scania Deutschland Österreich. Für Spediteure, deren Fahrzeug im Durchschnitt mehr als 100.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen, rechne sich die Anschaffung eines CNG-Lkw. „Wer sich für einen LNG-Scania entscheidet, profitiert zum einen vom einem staatlichen Förderprogramm und zum anderen von der Mautbefreiung“, rechnet Ziegert vor.

Reicht das Tankstellennetz?

Doch wie sieht es mit dem Tankstellennetz für LNG-Lkw aus? Dicht ist es nicht, aber es entwickelt sich. So plant Shell das Lkw-Tankstellennetz für LNG auf 35 bis 40 Stationen auszubauen und setzt dabei auf Bio-LNG. Deutlich dichter ist das Netz für Erdgas-Pkw.

Das LNG- oder CNG-Fahrzeug (CNG, Compressed Natural Gas) hat in jüngster Vergangenheit in Sachen Klimaschutz nochmals Fahrt aufgenommen. So haben sich die Anteile von regenerativem Biomethan am CNG-Kraftstoff an deutschen Gas-Tankstellen beinahe verdoppelt – genau wie die Anzahl der CNG-Stationen, die zu 100 Prozent regeneratives Methan als Kraftstoff anbieten. „Betrug der regenerative Anteil traditionell bis ins vergangene Jahr zwischen 20 und 25 Prozent, so werden wir in Kürze voraussichtlich bei über 50 Prozent Biomethan-Anteil im Kraftstoff landen“, stellt der Präsident des CNG-Clubs, Miklos Graf Dezasse, fest.

Wer einen aktiven Beitrag gegen die Erderwärmung leisten wolle, komme an CNG-Fahrzeugen nicht vorbei. „Dies gilt für Pkw ebenso wie für Transporter, Lkw und Busse“, sagt Graf Dezasse.

CNG-Mobilität spart mehr CO2 als Elektromobilität.

Der Club-Präsident holt auch zum Schlag gegen Wettbewerber aus: „Die CNG-Mobilität liegt hinsichtlich der regenerativen Erzeugung und CO2-Einsparung auch deutlich vor der staatlich massiv geförderten Elektromobilität.“ Obwohl das Elektroauto auf dem Papier mit null Emissionen geführt werde, liege der erneuerbare Anteil beim Strom heute bei gerade einmal zirka 40 Prozent.

„Doch der erneuerbare Anteil bei CNG-Fahrzeugen tendiert derzeit schon zu 50 Prozent – Tendenz steigend“, erläutert Graf Dezasse. Verglichen mit einem mit Benzin oder Diesel betriebenen Fahrzeug spart ein CNG-Fahrzeug, das mit Biomethan fährt, 80 bis 95 Prozent CO2.

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