Suchen

Zulieferer Schaeffler rechnet mit Gewinn für das Geschäftsjahr 2020

Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Schaeffler traut sich wieder eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zu. Der Zulieferer rechnet trotz einer Erholung in der Autoindustrie mit einem Umsatzrückgang für 2020.

Firma zum Thema

Der Automobilzulieferer Schaeffler rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang um 11,5 bis 13 Prozent.
Der Automobilzulieferer Schaeffler rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatzrückgang um 11,5 bis 13 Prozent.
(Bild: Schaeffler)

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler wagt angesichts der jüngsten Erholung in seinem Geschäft wieder eine Prognose für das laufende Jahr. Das Management rechnet für 2020 jetzt mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen elf und 13 Prozent, wie der im SDax gelistete Konzern überraschend am Montagabend (9. November) in Herzogenaurach mitteilte. Von den Erlösen sollen etwa fünf Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) beim Unternehmen hängen bleiben. Schaeffler hatte seine ursprüngliche Prognose unter dem Eindruck der Corona-Pandemie Ende März ausgesetzt und war nur noch allgemein von Geschäftszahlen jeweils unterhalb der Vorjahreswerte ausgegangen.

Automobilgeschäft besonders stark betroffen

Den stärksten Umsatzrückgang erwartet das Management in diesem Jahr im Geschäft mit der Autoindustrie, der mit Abstand größten Konzernsparte. Dort dürften die Erlöse nach jetziger Einschätzung um 13 bis 14,5 Prozent schrumpfen. Im Ersatzteilgeschäft rechnet Schaeffler lediglich mit mit einem Rückgang von bis zu acht Prozent, im Industriegeschäft um neun bis zehn Prozent.

Auch beim Gewinn sind die Aussichten in der Kernsparte besonders mau. Die bereinigte Ebit-Marge wird in der Automobilsparte nach Einschätzung des Managements nur ein bis zwei Prozent erreichen. Die neue Prognose steht den Angaben zufolge unter der Voraussetzung, dass die Erholung in Schaefflers Absatzmärkten im vierten Quartal anhält. Zudem dürfe sich vor allem die Pandemie nicht erneut wesentlich negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Das Umfeld sei weiterhin von Volatilität und Unsicherheit geprägt, hieß es.

Die Schaeffler-Führung um Vorstandschef Klaus Rosenfeld rechnet für das laufende Jahr mit einem freien Barmittelzufluss von 500 bis 600 Millionen Euro, wenn man Ein- und Auszahlungen aus dem Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen herausrechnet.

Weiterer Stellenabbau in Deutschland

Schaeffler steckt mitten in einem kostspieligen Umbau- und Sparprogramm. Bis Ende 2022 wollen die Franken vor allem in Deutschland Tausende weitere Stellen abbauen, Schaeffler-Mitarbeiter protestierten heftig gegen die Pläne. Zudem hat das Unternehmen kürzlich die Voraussetzungen für eine mögliche Kapitalerhöhung geschaffen.

Die Schwäche der Autoindustrie hatte sich bei den Herzogenaurachern bereits vor der Pandemie bemerkbar gemacht. Im ersten Halbjahr traf die Virus-Krise den Zulieferer mit Wucht. Im dritten Quartal gab das China-Geschäft dem Konzern schließlich wieder Auftrieb.

(ID:46979174)