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Zulieferer Schaeffler wächst und strukturiert um

| Autor / Redakteur: ampnet / Jens Scheiner

Der Technologiekonzern Schaeffler profitiert weiter vom guten Geschäft mit der Automobilindustrie. Trotzdem plant der Vorstand eine Umstrukturierung vorzunehmen.

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Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 6,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 6,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.
(Foto: Schaeffler)

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz in Höhe von 6,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Wachstum von 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wesentlicher Treiber war erneut das Automotive-Geschäft. Das Umsatzwachstum betrug dort 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Sparte Automotive profitierte insbesondere in China und den USA von der weiter hohen Nachfrage nach ihren Produkten. Die Umsätze im Industriegeschäft konnten um 7,5 Prozent zulegen.

Das höchste Umsatzwachstum erreichte die Schaeffler-Gruppe in der Region Greater China mit einer Steigerung von 35,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gefolgt von Amerika, in der der Umsatz um 25,6 Prozent zunahm. Im asiatisch-pazifischen Raum stieg der Umsatz um 11,9 Prozent, während in Europa das Wachstum bei 3,4 Prozent lag. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) der Schaeffler-Gruppe stieg in den ersten sechs Monaten auf 818 Millionen Euro. Die EBIT-Marge lag bei 12,2 Prozent.

In den ersten sechs Monaten 2015 erwirtschaftete der Konzern einen Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 422 Millionen Euro. Die Investitionsauszahlungen betrugen 501 Millionen Euro. Die Investitionsquote betrug 7,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2015 ergab sich ein negativer Free Cash Flow in Höhe von 72 Millionen Euro.

Umstrukturierung der Industriesparte

Zudem hat der Schaeffler-Vorstand beschlossen, die Industriesparte des Unternehmens neu auszurichten. Kernelemente des Programms „Core“ sind verstärktes Umsatzwachstum, bessere Marktversorgung und Servicequalität, stärkere Kundenorientierung sowie Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen. Dafür wird auch Personal abgebaut.

Die Neuausrichtung umfasst Maßnahmen zur Optimierung des Produktportfolios und zur Verbesserung der Lieferfähigkeit. Dazu gehört unter anderem der Ausbau des hochvolumigen Standard-Wälzlagergeschäfts, insbesondere in Asien. Erste konkrete Maßnahme wird der globale Produkt-Relaunch der „GenC“-Kugellager sein. Ebenso Teil des Programms sind nach eigenen Angaben die Weiterentwicklung kundenspezifischer Produkte und Engineering-Lösungen sowie die Digitalisierung im Maschinenbau. Bereits initiierte Projekte wie das neue Europäische Distributionszentrum zur besseren Marktversorgung und Lieferfähigkeit sollen fortgesetzt werden.

Als Teil des Programms sollen insbesondere in Deutschland und Europa aus heutiger Sicht bis zu 500 Arbeitsplätze im Industriebereich bis Ende 2017 sozialverträglich abgebaut werden. Ein Teil der betroffenen Beschäftigten soll in anderen Unternehmensbereichen außerhalb der Industriesparte eingesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen oder Standortschließungen sind nicht vorgesehen. Der Standort Schweinfurt wird durch die dortige Zusammenführung und Bündelung von Zentralfunktionen für die Sparte Industrie und die Region Europa, zu der auch der Nahe und Mittlere Osten, Afrika und Indien gehören, weiter gestärkt.

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