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BMW 6er Gran Coupe Schick verreisen

| Autor / Redakteur: SP-X / Bernd Otterbach

Eigentlich hatte BMW schon 2008 einen Konkurrenten für den Mercedes CLS im Köcher. Doch der 2008 angekündigte CS wurde nie gebaut. Nun liefern die Münchner mit dem neuen 6er Gran Coupé späten Ersatz.

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Ob man nun der Marketing-Sprechweise vom „viertürigen Coupé“ folgen will oder nicht: Der Mercedes CLS als erste Limousine dieser speziellen dynamischen Machart war ein großer Erfolg. BMW schickt daher mit dem 6er Gran Coupé im kommenden Frühsommer ernste Konkurrenz auf den Markt. Premiere ist auf dem Genfer Salon (8. bis 18. März 2012).

Der coupéhaft geschnittene Viertürer ist nach Coupé und Cabrio das dritte Mitglied der 6er-Reihe. Mit rund fünf Metern ist das Gran Coupé aber gut 11 Zentimeter länger als die beiden 2+2-Sitzer. Der Zuwachs kommt vor allem der Kniefreiheit der Fondpassagiere zugute, die auf der Rückbank auf zwei vollwertigen Sitzen und einem Notsitz Platz finden. Der Gepäckraum unter dem kurzen Heckdeckel entspricht dem des zweitürigen Coupés: 460 Liter passen bei voller Bestuhlung hinein, durch Umklappen der Rücksitzlehnen wächst das Stauvolumen auf 1.265 Liter.

Formensprache der Modellgeschwister

Äußerlich nimmt die neue Variante die Formensprache ihrer Modellgeschwister auf. Die Front wird von einer breiten Niere geprägt, dahinter folgt eine lange Motorhaube. Die Passagiere nehmen unter einem coupéhaft geformten Dach Platz, das in ein kurzes Heck übergeht. Gegenüber der klassischen 5er-Limousine, von der ein Großteil der Technik stammt, ist der 6er deutlich flacher, wirkt eleganter und sportlicher.

Das Motorenangebot deckt sich mit dem von Cabrio und Coupé. In der Einstiegsvariante 640i arbeitet ein turbogeladener 3,0-Liter-Sechszylindermotor mit 235 kW/320 PS, der mit einem Verbrauch von rund 7,7 Litern aufwartet (CO2: 179 g/km). Darüber rangiert der 650i mit einem 4,4-Liter-V8-Ottomotor, ebenfalls per Turbo aufgeladen, der es auf 330 kW/450 PS und einen Normverbrauch von 8,6 Litern (CO2: 199 g/km) bringt. Sparsamstes Modell ist der 640d, der von einem 230 kW/313 PS starken 3,0-Liter-Sechszylinderdiesel angetrieben wird. Rund 5,5 Liter sollen auf 100 Kilometern ausreichen (CO2: 146 g/km). Für die Kraftübertragung sorgt jeweils eine Achtgangautomatik, die serienmäßig mit einer Start-Stopp-Funktion gekoppelt ist. Der Antrieb erfolgt über die Hinterräder, für die V8-Version ist Allradantrieb zu haben.

Umfangreiche Ausstattung

Wie es sich in der Luxusklasse gehört, ist die Ausstattung umfangreich. Serienmäßig an Bord sind unter anderem adaptives Fahrwerk, Xenon-Licht, Ledersitze, Klimaautomatik und ein Tempomat mit Bremsfunktion. Gegen Aufpreis kann das Programm aber fast beliebig erweitert werden. Unter anderem können Head-up-Display, Nachtsichtassistent und Klimasitze geordert werden. Die Preise für das Gran Coupé starten bei 79.500 Euro.

Hauptwettbewerber des neuen BMW ist der Mercedes CLS, der 2004 das Segment der viertürigen Coupés begründet hat. In der mittlerweile zweiten Generation gibt es den Stuttgarter sogar mit Vierzylinderdiesel ab 59.857 Euro. Seit Ende 2010 kämpft zudem der Audi A7 Sportback in der Liga der schicken Businesslimousinen um Marktanteile. Mit einem Preis ab 48.900 Euro ist er dort die günstigste Alternative. Zum weiteren Konkurrentenkreis gehören Jaguar XJ (ab 79.750 Euro) und Porsche Panamera (ab 76.673 Euro).

Dass BMW nun mit seinem viertürigen Coupé der heimischen Konkurrenz hinterherläuft, hätte nicht sein müssen. Bereits 2007 hatten die Münchner mit dem BMW CS ein seriennahes Konzept eines ähnlichen Fahrzeugs, das auf zahlreichen Messen für Furore sorgte. Die schon erfolgte Ankündigung der Produktion nahm das Unternehmen aber unter dem Eindruck der aufziehenden Finanzkrise wieder zurück. An Stelle eines viertürigen Oberklassecoupés wurde dann 2009 der BMW 5er GT (ab 55.400 Euro) vorgestellt, eine gewöhnungsbedürftige Mischung aus Kombi, SUV und Coupé.

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