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Absatzrückgang Schwache Pkw-Nachfrage setzt sich in Europa fort

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christian Otto

Das kurze Hoch im April war nicht von langer Dauer. Die Absatzzahlen gehen in Europa weiter zurück. So sinken die Neuzulassungen im Mai um 5,9 Prozent. Auch die Märkte Russland und Japan vermelden schwache Zahlen. Einzig China und Amerika bieten den OEMs noch gute Absatzmöglichkeiten.

Die Absatzzahlen im Mai trüben sich für den europäischen Pkw-Markt erneut ein. Nur China und der amerikanische Kontinent bieten noch Nachfragepotenzial.
Die Absatzzahlen im Mai trüben sich für den europäischen Pkw-Markt erneut ein. Nur China und der amerikanische Kontinent bieten noch Nachfragepotenzial.
(Foto: Audi)

Der europäische Pkw-Markt ist weiter in den roten Zahlen. Im Mai seien die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent auf 1,08 Millionen Einheiten zurückgegangenen (EU 27 plus Efta), teilte der europäische Herstellerverband ACEA mit. Damit setzt sich der Trend fort – nach einem kleinen Lichtblick im April, der vor allem aufgrund zweier weiterer Arbeitstage zustande kam. Allerdings scheint sich die negative Entwicklung im Vergleich zu den Vormonaten etwas zu verlangsamen. In den ersten fünf Monaten kamen in Europa knapp 5,3 Millionen Pkw erstmals auf die Straße – ein Minus von 6,8 Prozent.

Sowohl West- als auch Osteuropa kämpfen mit einer sinkenden Nachfrage. In den westeuropäischen Ländern sanken die Neuzulassungen im Mai um 5,7 Prozent auf knapp 979.000 Einheiten. Vom Rückgang waren nahezu alle größeren Märkte betroffen: Frankreich (–10,4 Prozent), Deutschland (–9,9 Prozent) und Italien (–8 Prozent) waren tief im Minus, in Spanien fiel der Rückgang mit 2,6 Prozent geringer aus.

Nur Großbritannien mit positiven Zahlen

Lediglich Großbritannien konnte die positive Entwicklung der vergangenen Monate fortschreiben: Auf der Insel legten die Neuzulassungen um 11 Prozent auf gut 180.000 Neuwagen zu. Nur wenige andere Länder in Westeuropa konnten dem positiven Beispiel folgen: Finnland (+39,8 Prozent) und Belgien (+9,2 Prozent) wuchsen kräftig, Schweden (+0,1 Prozent) hielt wenigstens das Vorjahresniveau.

Wesentlich uneinheitlicher präsentierte sich im Mai Osteuropa: Insgesamt verbuchte die Region einen Rückgang um 9,1 Prozent auf knapp 64.000 Einheiten. Während Rumänien (–47 Prozent), Bulgarien (–22,7 Prozent), Tschechien (–7,2 Prozent) und Polen (–5,8 Prozent) einen zum Teil massiven Rückgang hatten, konnten Ungarn (+9,4 Prozent) und Slowenien (+5,5 Prozent) ordentlich zulegen.

Französische OEMs unter Druck

Die überwiegend negative Entwicklung in Europa setzt zahlreichen Herstellern zu. Vor allem die französischen Autobauer leiden unter den überproportional rückläufigen Märkten in Südeuropa: Bei Renault gingen die Neuzulassungen im Mai um 17,8 Prozent auf knapp 61.500 Einheiten zurück. Ähnlich sieht es bei den PSA-Marken aus: Citroën verkaufte 15,4 Prozent und Peugeot 11,5 Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahresmonat.

Auch die deutschen Marken bekommen die Entwicklung zu spüren: Bei Volkswagen sank der Absatz mit 7 Prozent leicht über dem europaweiten Durchschnitt. Ähnlich sieht es bei BMW aus, wo die Neuzulassungen um 7,3 Prozent zurückgingen. Mercedes gehört zu den wenige Marken, die im Mai zulegen konnten: Die Schwaben steigerten den Absatz ihrer Premiummarke um 2,6 Prozent auf 54.500 Einheiten.

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