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Wirtschaft

Seat bringt alle sechs Monate ein neues Modell

| Autor/ Redakteur: Andreas Grimm / Jens Scheiner

In den nächsten Jahren will Seat das Absatz- und Umsatzwachstum fortsetzen. Die Strategie dazu ruht auf verschiedenen Säulen, die Marke Cupra ist eine davon. Zuletzt haben die Spanier ihre Ziele erreicht, wie die Bilanz 2017 zeigt.

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Seat erweitert sein Modellportfolio – unter anderem um die neue Sportmarke Cupra.
Seat erweitert sein Modellportfolio – unter anderem um die neue Sportmarke Cupra.
(Bild: Xavier Bonilla)

Seat will nach einem starken Geschäftsjahr weiter kräftig wachsen und nimmt dafür viel Geld in die Hand. Die Strategie der Spanier fußt auf vier Säulen: „Mehr Marken, mehr Märkte, mehr Autos und mehr Energie“, wie Firmenchef Luca de Meo erklärte. Neben komplett neuen Produkten will er die Elektrifizierung der Modelle ebenso voranbringen wie den Gasantrieb. Dazu kommen die Etablierung der Sportmarke Cupra, die ihren ersten Anlauf in Genf genommen hat, und die Erschließung neuer Vertriebsregionen und Zielgruppen.

„Wir können mit dem Ergebnis von 2017 sehr zufrieden sein, werden uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen“, sagte de Meo am Donnerstag (22. März)anlässlich der Bilanz-Präsentation für das Jahr 2017. Grundsätzlich ist Seat auf einem guten Weg. Nachdem das Unternehmen bereits 2016 das bis dato beste Ergebnis in seiner Geschichte erzielt hatte, kletterte der Gewinn nach Steuern im Jahr 2017 erneut um 21 Prozent auf 281 Millionen Euro.

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Der Seat-Umsatz wuchs auf 9,55 Milliarden Euro (plus 11,1 Prozent) an. Dafür verantwortlich ist zum einen der auf 468.431 Einheiten gestiegene Absatz (plus14,7 Prozent), der damit den höchsten Wert seit dem Jahr 2001 erreichte. Gleichzeitig tendieren die Käufer immer stärker zu höherpreisigen Modellen und Ausstattungslinien, was sich beispielsweise am Erfolg des Ateca ablesen lässt. Seit 2013 hat der Seat-Umsatz um knapp 50 Prozent zugelegt. Beide Effekte sind aber zugleich das Ergebnis einer hohen Investitionstätigkeit. Allein im Jahr 2017 steckte Seat 10 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Auf diesem Weg will das Fabrikat bleiben. Bis 2020 werden aus dem Entwicklungszentrum in Martorell alle sechs Monate ein neues Fahrzeug in den Verkauf kommen, kündigte de Meo an. Bereits bekannt sind der Cupra Ateca sowie der große SUV Tarraco, die beide noch im vierten Quartal 2018 starten sollen. 2019 folgt dann die neue Generation des Leon, der auch als Plug-in-Hybrid mit einer elektrischen Reichweite von 50 Kilometern kommen soll. Für 2020 stehen das erste vollelektrische Seat-Modell mit einer Reichweite von 500 Kilometern sowie ein „Crossover Utility Vehicle“ (CUV) in der Produktionsplanung.

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Besonderes Augenmerk schenkt die Seat-Führung nach dem Auftritt auf dem Genfer Salon derzeit der Marke Cupra. „Mit dieser Marke wird Seat künftig mehr Erträge erzielen, neue Kunden gewinnen, sich weiterhin im Motorsport engagieren sowie nahtlos Technologien wie Hybridisierung und Elektrifizierung, Konnektivität und Fahrerassistenzsysteme integrieren“, ist de Meo überzeugt.

Ein weiteres Lieblingsthema des Herstellers ist derzeit der Erdgas-Antrieb. Die Spanier haben nach eigener Aussage die Führungsrolle für diese Technologie im Konzern übernommen. Konsequenterweise will Seat noch in diesem Jahr „den weltweit ersten und einzigen SUV auf den Markt bringen, der mit Erdgas angetrieben wird“.

Neben der zunehmenden Modell-Vielfalt treibt das Fabrikat auch die geografische Expansion voran. Strategische Wachstumsregionen seien Nordafrika – in Algerien ist Seat bereits aktiv –, Lateinamerika und Mexiko. Die Spanier sind den Angaben zufolge in mehr als 80 Ländern vertreten, erzielen jedoch nur 15 Prozent des Umsatzes außerhalb von Europa. Die jüngsten Markteintritte von Seat erfolgten in Norwegen und Neuseeland.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«