Fehlender Nachschub Seat-Chef befürchtet größere Chip-Probleme im zweiten Quartal

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Im Volkswagen-Konzern könnte sich der mangelnde Nachschub an Elektronik-Chips im laufenden Quartal noch stärker auswirken als bisher. Laut Seat-Chef Wayne Griffiths gebe es „erhebliche Herausforderungen“.

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Die Seat-Produktion in Martorell ist auch vom Halbleitermangel betroffen.
Die Seat-Produktion in Martorell ist auch vom Halbleitermangel betroffen.
(Bild: Seat)

Der Volkswagen-Konzern befürchtet wegen der anhaltenden Flaute bei der Versorgung mit Elektronikchips künftig noch größere Schwierigkeiten. „Von Zulieferern und auch aus der Volkswagen-Gruppe selbst heraus wird uns gesagt, dass wir im zweiten Quartal vor erheblichen Herausforderungen stehen, wahrscheinlich noch herausfordernder als im ersten Quartal“, sagte Seat-Chef Wayne Griffiths der „Financial Times“.

Der Konzern hatte bereits davon gesprochen, dass im ersten Quartal rund 100.000 Autos wegen Chipmangels nicht wie geplant hätten produziert werden können – und das sei im Jahresverlauf wohl auch nicht mehr wettzumachen.

„Von der Hand in den Mund“

Bei der Produktion im Seat-Stammwerk im spanischen Martorell lebe man derzeit „von der Hand in den Mund“, sagte der seit Oktober amtierende Seat-Chef. Erst nach der Belieferung mit Elektronikbauteilen durch die Hersteller entscheide die VW-Tochter, welche Modelle gebaut würden. In diesem Jahr sei Flexibilität entscheidend.

In den Werken des VW-Konzerns wird immer wieder die Fahrzeugproduktion gestört, weil elektronische Bauteile fehlen. So drosselt Audi in der kommenden Woche die Produktion in Neckarsulm.

Viele Autobauer aus Deutschland und dem Rest der Welt haben derzeit mit verzögerten Lieferungen von Halbleitern zu kämpfen. Daimler kündigte an, in nächster Zeit womöglich mehr Mitarbeiter als geplant in Kurzarbeit zu schicken.

Die Schwaben haben im ersten Quartal vor allem hochpreisigere und lukrativere Modelle beim Bau priorisiert und wollen die Auswirkungen auf die Luxusmodelle wie die S-Klasse auch weiterhin in Grenzen halten. BMW äußerte sich bisher vergleichsweise entspannt zur Chipflaute. Die Bayern gehen davon aus, sich rechtzeitig mit Liefervereinbarungen eingedeckt zu haben.

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