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Seat Seat erfindet sich neu

| Redakteur: Manfred Jerzembek

Mit dem Exeo kehrt die Volkswagen-Tochter in die Mittelklasse zurück. „Mit dem Exeo beginnt die zweite Phase unserer Produktoffensive“, sagt Seat-Präsident Erich Schmitt.

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Nicht nur Politiker wissen sie zu schätzen: die Mitte. Auch Seat richtet das Augenmerk wieder vermehrt auf die Mittelklasse innerhalb der eigenen Modellpalette. Gelingen soll die Wiederbesinnung auf das eher klassische Design von Stufenheck-Limousine und Kombi mit dem Exeo.

Seat-Präsident Erich Schmitt will Kurs halten bei der internen Neuausrichtung: „Mit dem Exeo beginnt die zweite Phase unserer Produktoffensive, die wir 2008 mit dem Ibiza begonnen haben. Wir wollen die Marke in einem der wichtigsten Segmente verankern.“

Das scheint auch nötig, denn mit dem gescheiterten Versuch, das einstige Spitzenmodell Toledo hinsichtlich Design am unglücklichen Renault Vel Satis auszurichten, erlitten die Spanier Schiffbruch. Das neue Flaggschiff basiert deshalb auf dem Ende 2007 abgelösten Audi A4 und kommt als Exeo (Limousine) sowie Exeo ST (Kombi) auf den Markt. Während die Limousine im März 2009 bei den Händlern stehen wird, ist der Exeo ST ab Sommer 2009 in Deutschland erhältlich.

Das Seat-Werk in Martorell bei Barcelona verfügt ab sofort über ein interessantes Alleinstellungsmerkmal innerhalb des Volkswagen-Konzerns: dort werden in einer Fabrik drei verschiedene Fahrzeug-Plattformen verwendet. Und zwar jene des Ibiza, sowie die der Altea-Familie und nun auch die Plattform des Exeo. Für die Fertigung des Mittelklasse-Hoffnungsträgers, dessen Front- und Heck-Design die erstmals beim Ibiza gezeigte neue Seat-typische Formensprache fortsetzt, errichteten die Spanier in Martorell eine 15 000 Quadratmeter große Halle. Die maximale Tageskapazität liegt bei 450 Fahrzeugen.

Die Entwicklung bis zur Marktreife erfolgte in der Rekordzeit von nur 23 Monaten. 1200 Lkw-Containerladungen waren nötig, um in einer logistischen Großaktion die Fertigungsanlagen aus Ingolstadt nach Martorell sowie in das Werk von Zona Franca (Barcelona) zu transportieren. Die Produktion eines Fahrzeugs dauert 25,5 Stunden.

Erstmals verwendet Seat im Exeo die Common-Rail-Turbodieselmotoren des Volkswagen-Konzerns. Die TDI-Vierzylinder leisten 105 bzw. 125 kW (143/170 PS), ab September 2009 folgt die 88 kW/120 PS-Version. Bei den Benzinmotoren beginnt das Leistungsspektrum mit dem 75 kW/102 PS starken 1,6-Liter-Saugmotor, ergänzt von den 1,8- und 2,0-Liter-Turbo-Varianten mit 110 kW/150 PS bzw. 147 kW/200 PS. Alle Motoren erfüllen die Euro-5-Abgasgrenzwerte und sind mit Sechsgang-Schaltgetrieben kombiniert.

„Der Exeo ersetzt kein anderes Seat-Modell, sondern erlaubt uns, jene Kunden zu gewinnen, die mit uns zufrieden waren, aber kein Angebot in der Mittelklasse mehr fanden“, erläutert Marketing-Chef Diego Ramos. Die Preise starten bei 21 990 Euro (Exeo 1.6) bzw.

25 990 Euro (Exeo 2.0 TDI). „Das Auto ist mit seiner Preisgestaltung in diesen schwierigen Zeiten ein Top-Produkt“, zeigt sich Seat-Chef Schmitt überzeugt. Seat setzt also gezielt auf Audi-Fertigungsqualität – und alle wissen: dieser Trumpf muss stechen!

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