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Abgasprobleme Seat stoppt Produktion des Ateca

| Autor/ Redakteur: Jens Rehberg, Andreas Grimm / Sven Prawitz

Weil die Seat-Ingenieure der Meinung waren, für den Ateca 2,0-Liter-TDI mit 150 PS und Frontantrieb reiche ein NOx-Speicherkat aus, steht nun die entsprechende Fertigungslinie still. Kurz vor Produktionsstart stellte sich heraus: Es muss doch ein Adblue-Tank rein.

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Der Seat Ateca in der Variante mit 2,0-Liter-Diesel-Motor und Frontantrieb ist vorerst nicht mehr bestellbar.
Der Seat Ateca in der Variante mit 2,0-Liter-Diesel-Motor und Frontantrieb ist vorerst nicht mehr bestellbar.
(Bild: Seat)

Seat hat eine Volumen-Variante des Ateca lange nach dem Bestellstart vorerst wieder aus dem Programm genommen. Der Hersteller kann den neuen SUV mit dem 150 PS starken 2,0-Liter-Diesel und reinem Frontantrieb nicht wie vorgesehen produzieren, weil das Fahrzeug offenbar die Abgasgrenzwerte reißt. Wie der Importeur am Donnerstag (22. September) mitteilte, habe der Hersteller entschieden, nun „alle Ateca mit 2,0-Liter-TDI-Motor mit SCR-System in den Markt zu bringen“.

Für die gestoppte Variante war bisher lediglich ein kostengünstigerer NOx-Speicherkat vorgesehen. Daher müsse der Produktionsstart des Ateca 2,0-TDI mit 150 PS und Frontantrieb verschoben werden. Zu den Gründen der späten Entscheidung für das SCR-System mit Harnstoffeinspritzung („Adblue“) äußerte sich der Importeur zunächst nicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte allerdings zuvor von „gravierenden“ Grenzwertüberschreitungen der Stickoxid- und CO2-Werte berichtet. Den Ingenieuren sei erst kurz vor Produktionsstart aufgefallen, dass die nach Euro 6 geltenden Abgasgrenzwerte nicht eingehalten würden.

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Bestellungen vorerst nicht mehr möglich

Seat Deutschland verweist zu Fragen der Emission nach Spanien: „Die Typgenehmigung wurde beim spanischen Industrieministerium, das die zuständige Behörde für die Homologation ist, noch nicht angefragt, da die Produktion bislang noch nicht angelaufen ist.“ Im Handel weiß man über die Hintergründe des Bestellstopps scheinbar nichts. Zwar hatte der Importeur bereits in der zweiten Septemberwoche informiert, dass der 2,0-TDI mit Frontantrieb aus dem Konfigurator genommen wird. Von Lieferschwierigkeiten und Wartezeiten von zehn Monaten war die Rede, nicht aber von Abgasproblemen. Zugleich war den Händlern die Option angeboten worden, Kunden, die das Modell bereits geordert hatten, auf ein Alternativmodell umzubuchen. So können die Käufer insbesondere auf das Ateca-Allradmodell mit gleicher Motorisierung zu einem reduzierten Aufpreis umsteigen (1.000 Euro statt 2.200 Euro). Für die Allrad-Variante des 150-PS-Diesel-Aggregats war ein SCR-Kat von Anfang an vorgesehen.

Zusätzliche Komponenten erforderlich

Kunden, die das gestoppte Modell bereits bestellt hatten, werden inzwischen von Seat angesprochen, um Alternativen zu suchen. Wann es letztlich erstmals lieferbar sein wird, kann der Importeur noch nicht sagen („So bald wie möglich“). Neben dem SCR-Kat müssen nun auch ein zusätzlicher Adblue-Tank in das Modell eingebaut, sowie entsprechende Leitungen verlegt werden. Alle anderen Diesel-Modelle des Ateca (1,6-TDI mit 115 PS, 2,0TDI/150 PS und Allrad sowie 2,0-TDI/190 PS und Allrad) sind von dem aktuellen Produktionsstopp nicht betroffen. Ebenso wenig die Benzin-Varianten.

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