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SecMobil Sichere Elektromobilität

| Redakteur: Bernd Otterbach

Neuartige IT-Sicherheitstechnologien für die Elektromobilität sollen zukünftig das „smarte“ Miteinander von Elektrofahrzeugen, Energienetzen und Verkehrssystemen schützen.

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An ihrer Entwicklung arbeiten ab sofort Automobilhersteller, Zulieferer und Forschungseinrichtungen im BMWi-Projekt „Secure eMobility“, kurz SecMobil. Die Ruhr-Universität Bochum ist mit insgesamt acht Professoren aus IT-Sicherheit, Energietechnik, Elektronik und Jura beteiligt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert das Projekt über eine Laufzeit von 32 Monaten mit vier Millionen Euro.

Massives Missbrauchspotenzial

Mit der intelligenten Vernetzung durch die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wächst ein massives Missbrauchspotenzial heran, so die Forscher der Uni Bochum. Denn als „smart car“ kommuniziert das Elektroauto der Zukunft über eine völlig neue Fahrzeugarchitektur intensiv mit seiner Umwelt. Als „mobiler Speicher“ wird es sogar zum Bestandteil der Energie- und Verkehrsnetze. Aufgrund der weit vernetzten zukünftigen Infrastrukturen sind potenziell alle beteiligten Akteure – wie Energieversorger, Endverbraucher oder Dienstanbieter – durch IT-Angriffe gefährdet.

Als Folge drohen Schäden vom Einzel- bis zum kompletten Systemausfall. „Die Negativ-Beispiele der letzten Monate machen es deutlich“, so Prof. Christof Paar vom Lehrstuhl für Eingebettete Sicherheit. „Der Stuxnet-Virus oder der Playstation-Angriff auf Sony zeigen, welche erheblichen finanziellen und politischen Schäden von nicht optimal abgesicherten IKT-Systemen ausgehen können.“ Betroffen sind nicht nur PC- sondern auch vernetzte eingebettete Systeme. So seien auch IT-Angriffe gegen die Bordelektronik im Fahrbetrieb, etwa eine fremdgesteuerte Vollbremsung, durchaus denkbar, so Prof. Paar. Allerdings reicht weder eine alleinige Absicherung des Fahrzeugs noch der Serversysteme aus.

Lösungen auf System-, Domain- und Modulebene

„Während einigen Bedrohungen mit Hilfe etablierter IT-Sicherheitstechnologien begegnet werden kann, müssen für die Elektromobilität als Ganzes jedoch umfangreiche, übergreifende und standardisierte Lösungen auf System-, Domain- und Modulebene entwickelt werden“, sagt Thomas Wollinger, Geschäftsführer der Firma Escrypt und Koordinator des Projekts. Das Projekt SecMobil zu diesem Zeitpunkt ins Leben zu rufen, biete beste Chancen, in diesem innovativen Markt gemeinsam kostengünstige und nachhaltige Sicherheitslösungen zu entwickeln und flächendeckend zu verankern.

Das Projekt konnte sich in dem vom BMWi ausgelobten Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II: Smart Car - Smart Grid - Smart Traffic“ erfolgreich durchsetzen. Beteiligt sind neben der Ruhr-Universität Bochum in einem Konsortium die Escrypt GmbH (eine Ausgründung aus der RUB), Daimler, der Halbleiter-Hersteller Elmos, die smartlab Innovationsgesellschaft mbH sowie die FH Gelsenkirchen.

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