Suchen

Vernetzung Sicherer unterwegs mit Car-to-X-Kommunikation

| Redakteur: Jens Scheiner

Das Projekt „Drive C2X“ hat das vernetzte Fahren erstmalig auf europäischer Ebene in Feldtests untersucht. Die Testergebnisse des von der EU kofinanzierten und von der Daimler AG koordinierten Projekts sollen die Grundlage für die europaweite Einführung dieser Technologie bilden.

Firma zum Thema

Die Car-to-car Kommunikation steigert die Verkehrssicherheit – wie das Projekt „Drive C2X“ auf europäischer Ebene nachgewiesen hat.
Die Car-to-car Kommunikation steigert die Verkehrssicherheit – wie das Projekt „Drive C2X“ auf europäischer Ebene nachgewiesen hat.
(Bild: Volvo)

Mehr als 750 Autofahrer testeten in den vergangenen Monaten in Finnland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und Deutschland unterschiedliche Anwendungen, etwa die Verkehrsschilderwarnung oder den Ampelphasenassistenten. „Die Technologie der Car-to-X-Kommunikation hat im Feldversuch sowohl unter Alltagsbedingungen als auch im Simulationslabor unter Extrembedingungen ihre Tauglichkeit bewiesen“, betonte Dr. Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der Abschlussveranstaltung, die am 16. Juni 2014 in Berlin stattfand.

Universelle Vernetzung

Bei Car-to-X-Kommunikation werden Straßenbetreiber, Infrastruktur, Fahrzeuge und Fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer miteinander vernetzt, um eine möglichst effiziente und sichere Fahrt zu ermöglichen. Mit dieser Technologie können Verkehrsteilnehmer in Verbindung mit Fahrerassistenzsystemen beispielsweise über Hindernisse auf der Straße, Gefahrenbremsungen vorausfahrender Wagen oder über die Verkehrslage an der nächsten Baustelle informiert werden. Nach dem Projekt „simTD – Sichere Intelligente Mobilität Testfeld Deutschland“, bei dem 2012 die Alltagstauglichkeit kooperativer Systeme auf Autobahnen, Bundesstraßen und städtischen Routen in und um Frankfurt am Main erstmalig unter realen Bedingungen getestet wurde, fand nun das europäische Projekt „Drive C2X“ seinen Abschluss.

Hohe Nutzerakzeptanz

Ergebnis: Mit dieser neuen Technologie können Verkehrssicherheit und Effizienz gesteigert sowie die Emissionen gesenkt werden. Die Untersuchungen zeigten überdies eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern. In den Tests reagierten alle Fahrerinnen und Fahrer wie erwartet auf die Informationen und Warnungen des Systems. Die Funktionen Verkehrszeichenassistent/-warnung und Wetterwarnung wiesen das größte Potenzial zur Vermeidung schwerer Unfälle auf. Hochgerechnet auf eine theoretische Ausstattungsquote von 100 Prozent könnte schon die Funktion Verkehrszeichenassistent/-warnung im Durchschnitt 13 Prozent aller Verkehrsunfälle vermeiden. Die Funktion Wetterwarnung würde zu fünf Prozent weniger Verletzten im Straßenverkehr führen, so der vorgestellte Forschungsbericht. „Die Nachfrage nach entsprechenden Diensten ist bereits jetzt ausgesprochen hoch. Wir gehen davon aus, dass mit wachsender Durchdringung der Flotten immer mehr Funktionen nutzbar sein werden – gerade was Sicherheit, Komfort, Effizienz und Verkehrsfluss angeht“, sagt Eichhorn. Voraussetzung dafür sei ein einheitlicher Standard der Infrastruktur und eine breite Markteinführung der fahrzeugseitigen Komponenten.

(ID:42839341)