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Karlsruher Institut für Technologie Simulation für Car-2-Car-Kommunikation

| Redakteur: Bernd Otterbach

Wissenschaftler des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben zusammen mit der Mercedes Benz Research & Development North America Simulationswerkzeuge und -verfahren für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation entwickelt.

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Funkkommunikation zwischen Autos soll künftig Crashs und Staus verhindern. Die Wissenschaftler der Forschungsgruppe „Dezentrale Systeme und Netzdienste“ unter Leitung von Professor Dr. Hannes Hartenstein haben zusammen mit der Mercedes Benz Research & Development North America Simulationswerkzeuge und -verfahren für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation entwickelt, die weltweit in Forschung und Entwicklung genutzt werden.

Netzwerkspezialisten, Verkehrswissenschaftler, die Automobilindustrie und Verkehrsbehörden auf der ganzen Welt arbeiten intensiv an der Entwicklung von Verfahren und Systemen, die es Fahrzeugen ermöglichen sollen, in einem gewissen Umkreis direkt per Funk verlässlich miteinander zu kommunizieren. Das soll helfen, Staus und Unfälle zu vermeiden. „So kann der Straßenverkehr sicherer, effizienter und umweltfreundlicher gestaltet werden“, sagt Professor Hartenstein.

Forschungsstand wird präsentiert

Das europäische „Car 2 Car Communication Consortium“, das Automobilhersteller wie Daimler und BMW initiert haben, präsentiert am 22. und 23. Oktober auf dem Test Center der Adam Opel AG in Dudenhofen bei Frankfurt/Main den aktuellen Stand der Forschung. Neben zahlreichen Vorträgen und Workshops gibt es die Gelegenheit, vernetzte Fahrzeuge in der Praxis zu studieren. Etwa 20 mit entsprechender Kommunikationstechnologie ausgestattete Fahrzeuge zeigen in verschiedenen Manövern den Nutzen der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation.

„Auch wenn zukünftig eine große Anzahl von Fahrzeugen ständig ihre geografische Position und andere verkehrsrelevante Daten aussenden, muss sichergestellt werden, dass der Funkkanal nicht überlastet wird und die entscheidende Information tatsächlich dort empfangen werden kann, wo sie benötigt wird. Das ist eine echte Herausforderung“, so Professor Hartenstein, der an der Universität Karlsruhe den Lehrstuhl für Dezentrale Systeme und Netzdienste leitet und Mitglied des Direktoriums des Steinbuch Centre for Computing (SCC) ist. Der Lehrstuhl sowie die zugehörige Nachwuchsgruppe Verkehrstelematik sind Mitglieder des „Car 2 Car Communication Consortium“ und arbeiten dabei mit Firmen zusammen wie der Daimler AG, INIT GmbH, NEC Europe Ltd. und PTV AG.

Entwicklung in Kalifornien

Die Karlsruher Forscher haben zusammen mit der Mercedes Benz Research & Development North America im kalifornischen Palo Alto Simulationswerkzeuge und -verfahren für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation entwickelt, die weltweit in Forschung und Entwicklung genutzt werden. Eine Vielzahl der vom Team um Professor Hartenstein und Dr. Härri, der die Nachwuchsgruppe Verkehrstelematik leitet, entwickelten Verfahren wird derzeit in Standardisierungsgremien diskutiert. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung von Modellen, welche die Anwendung erleichtern, eine Beurteilung des Einflusses der Kommunikation auf den Straßenverkehr sowie Abschätzungen des Aufwands für die benötigte IT-Sicherheit ermöglichen. Hierbei kommt den High Performance Computing Systemen sowie dem Verteilten Rechnen eine besondere Bedeutung zu, da durch den gleichzeitigen Einsatz hunderter Prozessoren die Modellentwicklungszeiten von mehreren Monaten auf wenige Tage reduziert werden können.

Gesamteuropäischer Feldversuch

Die Simulationsverfahren, welche die Karlsruher Forscher entwickelt haben, und die am Steinbuch Centre for Computing gerechneten Modelle fließen auch in das von der EU geförderte Vorhaben PRE-DRIVE-C2X ein. Dieses Projekt hat die Vorbereitung eines paneuropäischen Feldversuchs für die Kommunikation zwischen Fahrzeugen bis zum Jahr 2010 zum Ziel.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und die Universität Karlsruhe zusammen. Im KIT arbeiten insgesamt 8.000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck Forschung - Lehre - Innovation.

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