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Motorsport Engineering Skoda dominiert die Deutsche Rallyemeisterschaft

| Autor / Redakteur: Ampnet/hrr / Christian Otto

Auch bei der Thüringen-Rallye, dem sechsten Lauf der Deutschen Rallyemeiterschaft, war der Skoda Fabia R5 nicht zu schlagen. Dabei greifen die Ingenieure auf den Technikbaukasten des Konzerns zurück.

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Der Skoda Fabia R5 ließ auch bei der Thüringen Rallye die Konkurrenz hinter sich und dominiert derzeit die Rennserie.
Der Skoda Fabia R5 ließ auch bei der Thüringen Rallye die Konkurrenz hinter sich und dominiert derzeit die Rennserie.
(Bild: Skoda)

Der Landstrich zwischen Pößneck im Süden Thüringens und dem sächsischen Plauen, wo sich normalerweise Fuchs und Hase gute Nacht sagen, ist wie geschaffen für einen Urlaub in himmlischer Ruhe. Doch einmal im Jahr ist es mit der Beschaulichkeit vorbei. Dann machen sich PS-starke Motoren lautstark bemerkbar, driftet die Elite des Deutschen Rallyesports auf abgesperrten Straßen mit aberwitzigem Tempo um die Kurven, weil der Motorsportclub Pößneck e.V. sein größtes Motorsport-Event im Jahr veranstaltet, die Thüringen-Rallye. Sie fand am vergangenen Wochenende (3. bis 5. August) zum 56. Mal statt.

Die Asphaltrallye im grünen Herzen Deutschlands bildete 2017 den sechsten von insgesamt acht Läufen der Deutschen Rallye-Meisterschaft. Verteilt auf zehn Sonderprüfungen hatten die Piloten knapp 142 Wertungsprüfungskilometer auf Bestzeit zu durchfahren – auf insgesamt 500 Kilometern quer durch den Südosten Thüringens am Rand des Thüringer Waldes.

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Besonders spannend: Nach zwei DRM-Siegen in Folge wollten die Deutschen Meister des Vorjahres, Skoda-Fabia-R5-Pilot Fabian Kreim und sein Beifahrer Frank Christian ihren Drei-Punkte-Rückstand in der Gesamtwertung in eine Führung verwandeln. Das Vorhaben gelang. Am Ende hatten nicht nur die beiden Champions des Vorjahres Bestzeiten auf allen zehn Wertungskursen erzielt und damit die Tabellenspitze in der Deutschen Rallyemeisterschaft zurückerobert. Ihre Markenkollegen Dominik Dinkel und Christina Kohl sorgten in einem weiteren Fabia R5 für einen Skoda-Doppelsieg. Insgesamt ist Skoda mit acht Siegen die erfolgreichste Marke bei der Thüringen-Rallye seit 17 Jahren.

Motorsport als Teil des Unternehmens

Für das Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns gehört der Motorsport seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts zur „Unternehmens-DNA“ – zuerst auf zwei Rädern, ab 1908 auf vier. Damals wie heute dienten Erfolge im Motorsport als Marketinginstrument. In den 1930er-Jahren entschied sich das Unternehmen zum ersten Mal für einen Start bei der Rallye Monte Carlo und belegte auf Anhieb den zweiten Platz in der Klasse bis 1,5 Liter Hubraum. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs nahm Skoda 1950 sogar an den 24 Stunden von Le Mans teil, zehn Jahre später spielten Rallyes eine wichtige Rolle. Sie waren in den 60er-Jahren noch Langstrecken-Wettbewerbe mit Distanzen von mehreren tausend Kilometern. In der besonders hart umkämpften Klasse der Tourenwagen bis 1,3 Liter Hubraum erzielten die Skoda Octavia Klassensiege. Besonders stolz waren die Tschechen 1961 über den Erfolg bei der Rallye Monte Carlo: Zwei Finnen gewannen nicht nur die Klasse, sondern erkämpften sich außerdem den hervorragenden sechsten Platz im Gesamtklassement.

Von da an war es in erster Linie die Titeljagd auf Rallyepisten, die den Motorsport bei Skoda bestimmte. 1975 begann die Zeit des Skoda 130 RS, der bei Rundstreckenrennen und im Rallye-Sport für Furore sorgte, weshalb er bewundernd „Porsche des Ostens“ bezeichnet wurde. Sein 1,3-Liter-Motor leistete 100 kW / 136 PS und beschleunigte das Auto auf bis zu 220 km/h. In dieser Konfiguration erzielte der 130 RS einen Doppelsieg in der Gruppe 2 bis 1,3 Liter Hubraum bei der Rallye Monte Carlo 1977. Zwischen 1976 und 1980 siegte er fünfmal in Folge bei der Rallye Bohemia. Und mit der Rundstreckenversion des 130 RS gewann Skoda 1981 die Markenwertung der Tourenwagen-Europameisterschaft. Insgesamt dürften die Rennsport-Erfolge der Tschechen in den vergangenen 116 Jahren ganze Bücher füllen.

Mittlerweile ist der Skoda Fabia R5 das erfolgreichste Fahrzeug in der Motorsportgeschichte der Marke geworden. Wie es das Reglement des Weltmotorsportverbandes FIA vorschreibt, ist das Auto mit einem 1,6-Liter-Turbomotor ausgestattet. Allradantrieb, ein sequenziell geschaltetes Fünf-Gang-Getriebe und MacPherson-Federbeine sind die weiteren technischen Eckdaten. In der Rallye-Weltmeisterschaft, in internationalen sowie nationalen Meisterschaften fährt er meist vorneweg und ist in seiner Kategorie das mit Abstand erfolgreichste Rallyeauto. Im Reigen der internationalen und nationalen Meisterschaften und Serien sticht die Asien-Pazifik-Meisterschaft (APRC) besonders hervor, die in Neuseeland, Australien, Japan, Malaysia und in den Wachstumsmärkten China und Indien ausgetragen wird.

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