Weltpremiere So sieht der VW ID Buzz aus

Es ist die wichtigste Premiere für Volkswagen in diesem Jahr: Was der elektrische Bus kann und wie lange Kunden nach der Weltpremiere noch auf den Marktstart warten müssen.

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Den VW ID Buzz wird es sowohl als Pkw- (li.) als auch als Cargo-Variante (re.) geben.
Den VW ID Buzz wird es sowohl als Pkw- (li.) als auch als Cargo-Variante (re.) geben.
(Bild: Volkswagen)

Nach langer PR-Rallye mit Regenbogen-Tarnung hat Volkswagen am Mittwochabend (9. März) die Serienversion des VW ID Buzz vorgestellt. In Europa soll der Elektro-Bulli noch in diesem Jahr starten. Ende September nach der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover wird er im deutschen Handel erwartet, der Vorverkauf startet aller Voraussicht nach bereits im Mai. In Nordamerika wird das Modell 2023 mit langem Radstand debütieren.

Das Fahrzeug wird es sowohl als Pkw- als auch als Cargo-Variante geben. Volkswagen zufolge bilden ID Buzz und ID Buzz Cargo damit die erste reinelektrische Bus- und Transporter-Baureihe Europas. Die Erwartungen sind entsprechend groß. VW-Markenchef Ralf Brandstätter erklärte etwa: „Dieses Auto kann nur Volkswagen auf die Straße bringen.“ Man wolle mit dem Fahrzeug völlig neue Kunden erreichen. Laut VW-Pkw-Vertriebsvorstand Klaus Zellmer müsse der ID Buzz auf der Straße aus der Masse herausstechen.

ID Buzz mit 150 kW Leistung

Dass sich auch die Pkw-Vorstände zu dem Auto äußern, zeigt dessen Bedeutung. Schließlich ist der ID Buzz an sich ein Produkt von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Der Chef der Hannoveraner, Carsten Intra, erklärte man arbeite mit den Wolfsburger Kollegen bei dem Modell bewusst bei Vertrieb und Marketing zusammen. Das soll vor allem den Marktstart in den USA erleichtern.

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Doch kommen wir zum Auto an sich: Zum Start wird es den ID Buzz in Europa ausschließlich mit 77-kWh-Batterie und einem 150-kW/204-PS-starken Elektromotor an der Hinterachse. Zur Reichweite macht Volkswagen noch keine offiziellen Angaben, diese wird auf dem Papier aber wohl bei maximal 420 Kilometern liegen. Das maximale Drehmoment beträgt 310 Newtonmeter, der Wendekreis 11 Meter.

Plug & Charge möglich, bis zu 170 kW Ladeleistung

Die Ladeleistung steigt im Optimalfall auf bis zu 170 kW. Damit könnte man die Batterie des ID Buzz binnen einer halben Stunde von 5 auf 80 Prozent aufladen. Zudem wird das Auto die Fähigkeit besitzen, bidirektional zu laden. Das bedeutet, dass es Energie aus der Batterie wieder ins Netz einspeisen kann. Und unterwegs will VW E-Bulli-Fahrern das Laden erleichtern, indem das Fahrzeug an entsprechenden Schnellladesäulen „Plug & Charge“-fähig ist. Der Ladevorgang kann also direkt nach dem Anstöpseln beginnen.

Das Design des Elektro-Bullis soll an das des T1 erinnern. Heißt vor allem: kurze Überhänge. Das soll der große Radstand von fast drei Meter bei einer Gesamtlänge von gut 4,7 Meter unterstreichen. Im Innenraum der Pkw-Version finden bis zu fünf Personen Platz. So bleibt hinten einerseits viel Raum für Mitfahrer, andererseits auch für Gepäck. Vollbesetzt passen 1.120 Liter Zuladung hinein, bei umgeklappter Rückbank sind es bis zu 2.200. Mittelfristig soll es auch Sechs- und Siebensitzer mit verlängertem Radstand geben, ebenfalls dürften Varianten mit anderen Akku-Kapazitäten geplant sein.

Der ID Buzz Cargo: Bei 3 Tonnen ist Schluss

Noch mehr auf Zuladung ist selbstverständlich die Cargo-Variante ausgelegt. Neben drei Sitzplätzen vorne bietet sie im Fond genug Bodenfläche für zwei Europaletten, insgesamt ist der Laderaum 3,9 Kubikmeter groß. Maximal können 650 Kilogramm reingepackt werden, um das zulässige Gesamtgewicht von drei Tonnen nicht zu übersteigen.

Das zeigt: Der VW ID Buzz ist bereits im leeren Zustand ein Schwergewicht. Dementsprechend hat der Hersteller ihn auch nicht für das Schnell-Fahren ausgelegt. Bei 145 km/h ist Schluss. Beim Versuch, den Stromverbrauch halbwegs im Rahmen zu halten, soll ein cW-Wert von 0,29 helfen. Offizielle Verbrauchsangaben macht Volkswagen aber ähnlich wie bei der Reichweite noch nicht.

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12-Zoll-Touchscreen und viele USB-C-Buchsen

Vorne soll der Elektro-Bus dank seiner hohen Sitzposition wie ein echter Bulli daherkommen. Beim Bedienkonzept setzt er sich aber natürlich von seinen Traditions-Vorgängern ab. An Bord sind unter anderem ein 5,3-Zoll-Display hinter dem Lenkradkranz und ein 10-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Dashboards. Optional gibt es dafür einen 12-Zoll-Screen. Vorne und hinten verteilt gibt es insgesamt bis zu acht USB-C-Schnittstellen.

Bei den Assistenzsystemen soll der ID Buzz unter anderem mit einem Park-Assistenten mit „Memory Funktion“ punkten. Auf einer zuvor abgespeicherten Strecke soll das Auto so automatisiert einparken können. Außerdem ebenfalls optional im Angebot: ein Fahrerassistenzsystem mit Schwarmdaten. Dieser soll teilautomatisierte Quer- und Längsführung und einen assistierten Spurwechsel auf der Autobahn ab 90 km/h ermöglichen. Dabei ist das System lediglich auf eine erkannte Fahrbahnbegrenzung angewiesen, um die Spur zu halten.

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VW ID Buzz soll Vorreiter beim autonomen Fahren werden

Perspektivisch hat Volkswagen aber deutlich größere Pläne mit dem ID Buzz beim autonomen Fahren. In München und Hamburg laufen bereits erste Tests mit dem Technologie-Partner Argo AI, der den E-Bulli zu einem Robo-Shuttle machen soll. Level 4 ist das Ziel. 2025 peilen die Partner den Serienbetrieb an. Auch Volkswagens Ridepooling-Tochter Moia soll davon profitieren. Später soll die Technik auch Privatkunden und Logistikern zur Verfügung stehen.

Und sonst so? VW will mit dem ID Buzz unbedingt das gewachsene Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit präsentieren. Beispielsweise besteht der Lenkradkranz aus synthetischem Material, das bei Anmutung und Haptik Leder nahekommen sollen. Und für einige Sitzbezüge, Bodenbeläge und den Innenhimmel kommen Rezyklate zum Einsatz, etwa aus eingesammelten Meeres-Kunststoffen. Um bis zu 30 Prozent soll das den CO2-Fußabdruck verbessern.

ID Buzz Startpreis: Etwa 60.000 Euro

Zur Serienausstattung des Modells zählen unter anderem Schiebetüren rechts und links, LED-Scheinwerfer und hinten abgedunktelte Scheiben. Als Farben stehen ein weißer Unilack, fünf Metallic-Lacke, ein schwarzer Perleffekt-Lack und vier Zweifarblackierungen zur Auswahl. Zum Startpreis äußert sich Volkswagen noch nicht. Medienberichten zufolge soll der VW ID Buzz vor Förderung aber um die 60.000 Euro kosten.

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