Entwicklung Software: „Viele Phänomene kommen erst in der Integrationsphase ans Tageslicht“

Autor / Redakteur: Christian Otto / Lena Bromberger

Die Software im Fahrzeug wird komplexer und verzögert immer häufiger Produktanläufe. Jakob le Claire, Partner bei der Beratung Kemény Boehme & Company, spricht über den wachsenden Eigenanteil bei den Autobauern und Teslas Vorteil dabei – und warum Task Forces notwendig werden.

Beim ID 3 hat Volkswagen insbesondere bei der Software Anlaufprobleme.
Beim ID 3 hat Volkswagen insbesondere bei der Software Anlaufprobleme.
(Bild: Volkswagen AG)

Herr le Claire, Sie sehen eine erfolgreiche Softwareentwicklung nur unabhängig von konventionellen Organisationseinheiten, wie sie bisher beim OEM üblich waren. Warum?

Man hat das Auto nach physischen Baugruppen in kleine Häppchen geteilt und eine Organisationsstruktur geschaffen, die ihren jeweiligen Verantwortungsbereich erhalten hat, wie Antrieb, Fahrwerk usw. Über die Zeit sind die elektronischen Helfer überall im Fahrzeug dazugekommen und hängen damit auch in verschiedenen Verantwortungsbereichen. Das funktioniert ganz gut, solange sich Funktionen eindeutig einem Verantwortungsbereich zuordnen lassen. Vernetzt man allerdings Fahrwerks- und Abstandssensorik, zum Beispiel im Bereich des automatisierten Fahrens, kommt das System aufgrund seiner Komplexität häufig an Grenzen. Die stringente Berücksichtigung von Kundenfunktionen im Verantwortungsmodell ist dann sinnvoll. In der Theorie gibt es das schon länger. Der Umsetzungsgrad ist ausbaufähig.