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Digitalisierung South by Southwest: Festival für Forscher

| Autor / Redakteur: Benjamin Bessinger/SP-X / Nayomi Polcar

Für einen Auto-Ingenieur könnte der Kulturschock nicht größer sein. Doch wer an Themen wie künstlicher Intelligenz oder automatisiertem Fahren arbeitet, kommt um das schräge Tech-Fest South by Southwest in Austin nicht herum.

In Texas zeigt Mercedes seine E-Auto-Studie.
In Texas zeigt Mercedes seine E-Auto-Studie.
(Bild: daimler)

Der Mann trägt Jeans und Turnschuhe und lässt das Polo-Hemd lässig aus der Hose hängen. So locker hat man einen Spitzenmanager von Mercedes selten gesehen. Doch Wilko Stark, weiß, wie er sich hier zu benehmen hat. Denn der oberste Strategiechef der Schwaben und Kopf hinter dem Programm CASE steht nicht auf einer Bühne beim Genfer Salon. Sondern er hält eine Keynote über automatisiertes Fahren beim Tech-Festival South by Southwest in Austin. Das muss ein Kulturschock sein, denn im Publikum sitzen weniger Wissenschaftler als Nerds. Es geht um Erweiterung von Horizont und Bewusstsein.

Doch so ungewöhnlich die Bühne auch sein mag, gilt Austin mittlerweile als Gipfeltreffen der geistigen Elite und wer sich weniger über Hubraum oder Fahrdynamik denn über automatisiertes Fahren und künstliche Intelligenz austauschen will, kommt an der Konvention nicht vorbei.

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Messe in Austin

Kreative und Innovative aus allen Branchen tagen über eine Woche und machen das Event, auf dem vor zehn Jahren Twitter gelauncht wurde, zum wichtigen Impulsgeber für Trends und Technologien. Doch die Autohersteller haben bislang einen großen Bogen um diese Mischung aus Kongress und Kirmes, Messe und Massenparty gemacht. Aber so, wie sie mittlerweile die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas erobert und den Mobile World Congress in Barcelona für sich entdeckt haben, machen sie sich jetzt auch in Austin breit.

Vorstandsbosse halten Reden über das große Ganze der Digitalisierung, das automatisierte Fahren und den Wandel vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister. Podiumsdiskussionen, Vorträge zu technischen, ethischen oder wirtschaftlichen Fragen rund um Autopiloten mit künstlicher Intelligenz und Themen wie Ridesharing oder Ridehailing erwarten Besucher dort.

Neue Plattformen für neue Kunden

Zum Teil kann man das in Austin während dieser knapp zwei Wochen schon erleben – nicht nur, weil Mercedes sein elektrisches SUV EQ C durch die Straßen surren lässt. Es sind Google-Shuttles unterwegs und Car2Go-Autos, Uber und Lyft bringen die 70.000 Teilnehmer durch die Stadt und wenn man hier gebeamt würde, würde das auch keinen wundern. Mercedes geht es nicht nur um Inspiration und Fortschritt im Dialog mit anderen Wissenschaftlern. Sondern für Marketing-Chef Jens Thiemer ist das Festival auch die perfekte Bühne für einen modernen Auftritt. „Wir müssen uns neue Plattformen suchen, um neue Kunden anzusprechen“, ist er überzeugt. Denn, auch wenn Mercedes jetzt seit 130 Jahren vom Autoverkauf lebt, wird sich dieses Geschäftsmodell über kurz oder lang überholen. „Die Zukunft liegt für uns in Mobilitätsdienstleistungen“, ist Thiemers Aussage.

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