Fahrbericht Toyota GR Supra: Endlich selber schalten

Quelle: sp-x

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Kurskorrektur bei Toyota. Rennsportfans und sportive Kunden wünschten sich den GR Supra auch mit Handschalter. Den bekommen sie nun.

Toyota bietet den Supra auch als Handschalter an.
Toyota bietet den Supra auch als Handschalter an.
(Bild: Toyota)

Irren ist menschlich. Und für Autobauer meist eine teure Angelegenheit. Schon kleine Änderungen in der Serie verschlingen schnell viel Geld. Toyota leistet sich jetzt so eine Kurskorrektur, ausgerechnet bei einem Nischenmodell, wo die Margen ohnehin nicht in den Himmel wachsen dürften.

Als Toyota seinen Sportwagen GR Supra Mitte 2019 auf den Markt brachte, gingen die Japaner davon aus, dass sich Kunden allein mit der Achtgang-Automatik arrangieren können. Ein manuelles Getriebe gab es nicht.

Historisch wohl einmalige Aktion

Doch gerade aus dem Fanlager kamen immer wieder Wünsche nach einer Handschaltung für den 250 kW/ 340 PS starken Dreiliter-Sechszylinder. Und wer einen Rennsport begeisterten Firmenchef wie Akio Toyoda am Lenker des größten Autokonzerns der Welt hat, muss nicht lange Überzeugungsarbeit leisten.

Und so nahm eine historisch einmalige Operation ihren Lauf: Wohl erstmals in der Geschichte der Serienproduktion dürfte mit dem GR Supra einem Sportwagen nachträglich ein manuelles Sechsgang-Getriebe implantiert worden sein. Auch das muss man sich leisten können.

Kein BMW-Getriebe

Nun liegt so ein Getriebe nicht irgendwo im Regal herum und wartet auf Besuch aus Japan. Das vom Kooperationspartner BMW wollte man nicht, eine Lösung von der Stange kam für die Truppe von Gazoo Racing nicht infrage. Man suchte ein neues Sechsgang-Schaltgetriebe und eine neue Kupplung, die man speziell auf die Leistungs- und Drehmomentcharakteristik des Dreiliters abstimmen wollte.

Fündig wurde Toyota schließlich bei ZF in Friedrichshafen. Das bestehende Getriebegehäuse des „Fundstücks” wurde ebenso modifiziert, wie die Antriebswelle und der Zahnradsatz. Um weiteres Gewicht zu sparen, entfernten die Techniker Teile des Akustikpakets, zudem wurde eine neue Kupplung mit größerem Durchmesser und verstärkter Membranfeder entwickelt.

Damit nicht genug. Ein spezielles Steuersystem mit dem Namen IMT sorgt dafür, dass beim Hochschalten das Drehmoment im Moment des Ein- und Auskuppelns optimiert wird. Zudem verkürzte die GR-Abteilung die Achsübersetzung von 3,15 bei der Automatik auf 3,46 beim Handschalter.

Neu abgestimmtes Fahrwerk

Von weiteren technischen Änderungen wie dem neu abgestimmten Fahrwerk mit steiferen Gummis in den Buchsen der Stabilisatoren, neuen Stoßdämpfern oder der neu angepassten elektrischen Servolenkung profitieren alle Supra-Versionen. Dazu zählt auch die neue, jetzt breitere Mittelkonsole, die an der Oberfläche Teile des BMW Z4 trägt und dem 200 Gramm schweren Schaltknauf genügend Bewegungsfreiheiten garantiert.

Alles, um sportiven Gesellen das Fahrerlebnis noch unmittelbarer zu gestalten. Bei ersten Testfahrten auf einer abgesperrten Rennstrecke zeigt der GR Supra, dass Toyota was vom schnellen Geschäft versteht. Das Getriebe ist schön abgestuft, schaltet sich knackig und präzise.

Wobei der Sechszylinder zwischen dem zweiten und dritten Gang in ein kleines Drehmomentloch fällt. Hier wurde die Spreizung etwas groß gewählt. Ansonsten nimmt der Japan-Sportler Biegungen zwar nicht ganz so präzise und hellwach wie ein Elfer oder Cayman, die neue Abstimmung aber reduziert das frühere leichte Wanken spürbar.

Keine Nennung von Preisen

Weiteres Feintuning verstärkt den Fun-Faktor. Für das Beschleunigen aus der Kurve hat Toyota die Traktionskontrolle neu abgestimmt und erhöht damit das Verhältnis von Agilität zu Stabilität. Die neue Funktion Hairpin+ (Haarnadel+) erlaubt zudem den hinteren Reifen in engen Kurven oder auf rutschigem Untergrund ein wenig mehr „durchzudrehen” und einen kühnen, kontrollierten Hüftschwung einzuleiten.

Preise für seine Handarbeit-Edition, die es in drei neuen Farben geben wird (grau, blau, weiß) nennt Toyota noch nicht. Man überlegt wohl gerade, ob man sich dieses spezielle Fahrerlebnis nicht teurer bezahlen lässt. Schließlich muss das Geld ja irgendwie wieder reinkommen.

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