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Schaeffler Staatliche Unterstützung gefordert

| Redakteur: Thomas Weber

Nach Darstellung der IG Metall und zahlreichen Kommunalpolitikern droht dem Zulieferer ohne die finanzielle Unterstützung durch den Staat die Insolvenz.

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Ohne staatliche Hilfen droht dem Schaeffler-Konzern nach Darstellung der IG Metall in absehbarer Zeit die Insolvenz. Für die Finanzierung der Übernahme von Continental müsse Schaeffler monatlich Zinsen in Höhe von 70 Millionen Euro aufbringen, sagte der Schaeffler-Betreuer der IG Metall, Wolfgang Müller, am heutigen Dienstag in Herzogenaurach. Dies falle dem Unternehmen zunehmend schwer. „Die staatliche Hilfe ist dringlich“, sagte Müller und fügte an: „Es muss schnell gehen.“ Der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer sagte, es gebe derzeit keine Alternative zu Staatshilfen.

Unterdessen haben die Bürgermeister der Schaeffler-Standorte in Deutschland in einem gemeinsamen Hilferuf um staatliche Hilfen für den hoch verschuldeten Herzogenauracher Zulieferer gebeten. „Aufgrund der Vielzahl der direkt und indirekt betroffenen Arbeitsplätze in ganz Deutschland“ sollte der Antrag der Schaeffler-Gruppe auf staatliche Unterstützung befürwortet werden, schrieben die insgesamt 24 Kommunalpolitiker an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und den neuen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

Zum Zeitpunkt der Conti-Übernahme habe niemand den Einbruch der globalen Wirtschaft vorhersehen können. Schaeffler sei im Kern gesund und aufgrund nicht absehbarer äußerer Umstände in eine Notlage geraten. „Es ist daher falsch, zu sagen, die Schaeffler Gruppe habe sich verzockt“, betonen die Bürgermeister. Der Konzern habe stets in den Aufbau des Unternehmens investiert und damit Arbeitsplätze gesichert. Gewinne seien in die Firma zurückgeflossen.

Es gehe nun um 80.000 Arbeitsplätze in Deutschland und auch darum, die technologische Basis zweier deutscher Weltmarktführer zu sichern. Voraussetzungen für staatliche Hilfe sind nach Ansicht der Bürgermeister Transparenz gegenüber der öffentlichen Hand, ein tragfähiges Finanzierungskonzept und Garantien für Standorte und Arbeitsplätze.

dpa

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