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Emissionen Studie: Corona lässt CO2-Emissionen vorübergehend deutlich fallen

| Autor / Redakteur: dpa / Lena Bromberger

Durch die Corona-Beschränkungen fielen in Deutschland die CO2-Emissionen vorübergehend um mehr als ein Viertel. Dennoch klettert der CO2-Gehalt in der Atmosphäre weiter an.

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Corona lässt CO2-Emissionen vorübergehend deutlich fallen.
Corona lässt CO2-Emissionen vorübergehend deutlich fallen.
(Bild: Spotpress )

Laut der Studie sei der tägliche weltweite CO2-Ausstoß auf dem Höhepunkt der strikten Corona-Maßnahmen zeitweise um etwa ein Sechstel zurückgegangen. Die globalen Tageswerte sollen Anfang April um schätzungsweise bis zu 17 Prozent niedriger gewesen sein als im Durchschnitt des Jahres 2019, wie ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" berichtet.

In Deutschland fielen die Werte zu Spitzenzeiten der Corona-Beschränkungen vorübergehend um mehr als ein Viertel. Im deutschen Straßenverkehr seien die CO2-Emissionen um 52 Prozent im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2019 gefallen.

CO2-Rückgang durch Landverkehr, Energie und Industrie

Die von Regierungen getroffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 hätten in aller Welt große Auswirkungen auf den Energiebedarf gehabt, schreiben die Forscher. Dass große Teile der Weltbevölkerung zu Hause hätten bleiben müssen und Grenzen geschlossen worden seien, habe etwa den Verkehr verringert und Konsumgewohnheiten verändert. Allein die Emissionen des Transports an Land und des Luftverkehrs seien am 7. April um 36 beziehungsweise 60 Prozent niedriger gewesen als im Jahresdurchschnitt 2019. Landverkehr, Energie und Industrie machten demnach gemeinsam 86 Prozent des gesamten CO2-Rückgangs aus.

Weltweit starker, dennoch temporärer Rückgang

Laut der Studie fielen in den ersten vier Monaten des Jahres die Emissionen der Schätzung zufolge um insgesamt etwa 1.048 Millionen Tonnen. Besonders stark war der Rückgang in China (minus 242 Megatonnen), den USA (minus 207 Megatonnen) und Europa (minus 123 Megatonnen). Weltweit betrug die Verringerung im Vergleich zu den Monaten Januar bis April 2019 insgesamt rund 8,6 Prozent. Diese starken Rückgänge seien wahrscheinlich nur temporär, da sie keine strukturellen Änderungen in der Wirtschaft, beim Transport oder im Energiesektor bedeuteten, erläutert Corinne Le Quéré, Klimawissenschaftler der englischen University of East Anglia.

Sollte die Aktivität in aller Welt bis Mitte Juni die Werte der Zeit vor der Corona-Krise erreichen, dann rechnen die Forscher mit einem Rückgang der Jahresemissionen 2020 um schätzungsweise vier Prozent. Bleiben einige Beschränkungen dagegen bis Ende des Jahres bestehen, dürfte die Verringerung etwa sieben Prozent betragen.

Emissionsrückgang bedeute keine Senkung der CO2-Konzentration

Wie die Politik die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie organisiere, habe ebenfalls große Auswirkungen auf das Klima, so Felix Creutzig, Forscher des Berliner MCC. Werde der Klimaschutz nach der Pandemie dagegen aufgeweicht, seien sogar höhere Emissionen als ohne Corona wahrscheinlich.

Der geschätzte Emissionsrückgang bedeutet auch nicht, dass die CO2-Konzentration in der Luft unmittelbar sinkt. Im Gegenteil – der CO2-Gehalt der Atmosphäre klettert weiter: Der Wissenschaftsverband Deutsches Klima-Konsortium hatte am Freitag auf neue Rekordwerte verwiesen, die auch in Deutschland gemessen wurden. Im März sei die Konzentration an der Messstation des Umweltbundesamtes auf der Zugspitze im Monatsschnitt erstmals auf fast 418 Teilchen pro Million Teilchen Luft (ppm) gestiegen. Der neue Höchstwert von 417,838 ppm habe damit fast 3 ppm höher gelegen als 2019. Auch im April lag die Konzentration mit 415,779 ppm höher als im Vorjahr.

Dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre weiter ansteige, liege an der sehr langen Verweildauer von Kohlendioxid in der Atmosphäre. Die Ozeane und die Landregionen nähmen derzeit etwas mehr als die Hälfte des von der Menschheit ausgestoßenen CO2 auf – der Rest verweile für ungefähr ein Jahrhundert in der Luft.

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