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Wirtschaft Studie: Kunden misstrauen Verbrauchsangaben

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Das Vertrauen der Endkunden in die Herstellerangaben zum Verbrauch der Benzin-, Diesel- und Elektrofahrzeuge ist seit dem Abgasskandal nicht gestiegen. Besonders schlecht schneiden Dieselfahrzeuge ab.

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Die Deutschen sind bei den Verbrauchswerten der OEMs misstrauischer geworden, hat die Initiative Markt- und Sozialforschung herausgefunden.
Die Deutschen sind bei den Verbrauchswerten der OEMs misstrauischer geworden, hat die Initiative Markt- und Sozialforschung herausgefunden.
(Bild: Volkswagen)

Rund ein Jahr nach dem Abgasskandal ist das Vertrauen der Endkunden in die Herstellerangaben zum Verbrauch der Benzin-, Diesel- und Elektrofahrzeuge nicht gestiegen. Zu dem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung im Auftrag des britischen Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.105 Personen. Insbesondere dieselbetriebene Fahrzeuge schneiden in der Umfrage schlecht ab: Lediglich 17 Prozent der Deutschen trauen den Angaben der OEMs. Kaum besser fällt das Ergebnis für Benziner aus: hier vertraut nur knapp ein Viertel den Herstellerangaben. Nicht nur der Abgasskandal hat das Vertrauen der Kunden in die Werksangaben erschüttert, auch die wenig aussagekräftigen Prüfstandwerte des Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) mit teils enormen Diskrepanzen zu realistischen Verbräuchen der Pkws sorgen für große Unsicherheit.

Auch Elektrofahrzeuge schneiden schlecht ab

Generell scheinen die Aussagen der Fahrzeugindustrie die Verbraucher nicht zu überzeugen, da auch die Energiedaten der Elektrofahrzeuge nur 21 Prozent der Befragten für korrekt halten. Wie unerfahren die Deutschen mit der Elektromobilität sind, zeigt sich besonders daran, dass fast die Hälfte der Befragten unschlüssig ist, ob die Herstellerangaben zum Stromverbrauch der Elektrofahrzeuge stimmen. Ganz anders verhält es sich mit alltäglichen Dingen, wie Haushaltsgeräten oder Energiesparlampen. Fast die Hälfte der Deutschen glaubt, dass die Energieangaben von Kühlschränken und TV-Geräten auch am Ende des Jahres mit der Rechnung des Energieversorgers übereinstimmen. Auch wenn der Standbetrieb von Haushaltsgeräten nicht mit dem individuellen Fahrbetrieb von Kraftfahrzeugen vergleichbar ist, müssen die Werte der OEMs wieder näher an die realistischen Verbräuche herankommen, wollen sie das Vertrauen der Verbraucher künftig nicht vollends verlieren.

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