Composites Europe

Studie: Leichtbau als Innovationstreiber

| Redakteur: Thomas Günnel

Die Marktstudie „Leichtbau als Innovationstreiber“ erläutert die Treiber für den automobilen Leichtbau – von den gesetzlichen Anforderungen und Ressourcenschonung über die Elektromobilität bis zur verbesserten Fahrdynamik.
Die Marktstudie „Leichtbau als Innovationstreiber“ erläutert die Treiber für den automobilen Leichtbau – von den gesetzlichen Anforderungen und Ressourcenschonung über die Elektromobilität bis zur verbesserten Fahrdynamik. (Bild: Stefan Bausewein)

Ist preiswerter Leichtbau im Automobilbau möglich? Woran scheitern Lösungen? Die Marktstudie „Leichtbau als Innovationstreiber“ liefert Antworten. Im Interview sprechen die Ersteller mit »Automobil Industrie«.

Am 20. September stellen Automotive Management Consulting (AMC) und Messeveranstalter Reed Exhibitions ihre Studie „Leichtbau als Innovationstreiber“ auf der Fachmesse Composites Europe im „Lightweight Technologies Forum“ vor. Die Studie erläutert die Innovationstreiber für den automobilen Leichtbau – von den gesetzlichen Anforderungen und Ressourcenschonung über die Elektromobilität bis zur verbesserten Fahrdynamik. Dabei arbeiten die Autoren ausführlich die Fragen zu neuen Technologien, Kosten, Hürden bei der Umsetzung oder dem Kundenutzen heraus.

Die Studie basiert auf Interviews und Befragungen mit Leichtbau-Experten von Automobilherstellern, Zulieferern und Forschungsinstituten. Zudem fasst der Bericht die Ergebnisse weiterer Leichtbaustudien zusammen. Messebesucher erhalten ein Management Summary nach Registrierung kostenfrei vor Ort. Die vollständige Studie ist in gebundener Form zum Preis von 300 Euro erhältlich.

Interview zur Studie

Olaf Freier, Event Director beim Veranstalter Reed Exhibitions und Studienleiter Rainer Kurek von AMC sprachen mit »Automobil Industrie« über die Studie.

Herr Kurek, Herr Freier: Welche Grundüberlegungen haben zur Studie „Leichtbau als Innovationstreiber“ geführt?

Freier: Seit einigen Jahren begleiten wir als Veranstalter der Materialmessen Aluminium und Composites Europe die Entwicklungen im Leichtbau, der bisher in jeder Branche getrennt vorangetrieben wurde. Die Anforderungen des modernen Leichtbaus lassen sich aber nicht mehr innerhalb eines einzelnen Werkstoffs beantworten. Um für unsere beiden Branchen Aluminium und Composites die Weiterentwicklung in Richtung funktionalen oder multimaterialen Leichtbau herauszuarbeiten, hat unser Partner, die Automotive Management Consulting GmbH (AMC), die Studie mit Fokus auf die Automobilindustrie aufgesetzt.

Olaf Freier ist Event Director beim Veranstalter Reed Exhibitions.
Olaf Freier ist Event Director beim Veranstalter Reed Exhibitions. (Bild: Reed Exhibitions)

Wie ist die Studie erstellt worden und wer hat bei der Studie mitgewirkt?

Kurek: Die Konzeption und Erstellung erfolgte in drei Phasen. In Phase 1 wurden die Arbeitshypothesen für die Tiefenbefragungen im Rahmen von explorativen Pilotinterviews erarbeitet. Der Interviewleitfaden umfasst 15 Fragen und fokussiert auf die Leichtbauaspekte Technologie, Kosten, Hürden bei der Umsetzung neuer Leichtbaulösungen, Kundennutzen und Strategie.

In Phase 2 folgten Tiefenbefragungen, um die Ergebnisse der Pilotinterviews inhaltlich zu untermauern und zu konkretisieren. Dieser Fragebogen beleuchtet 21 unterschiedliche Innovationstreiber für den automobilen Leichtbau wie gesetzliche Anforderungen, Elektromobilität, Fahrdynamik, Umwelt- und Klimaschutz, Ressourcenschonung und vieles mehr. Die Fragen orientieren sich überwiegend an integrativen Leichtbau-Lösungen, um konzeptionelle, funktionale, werkstoffliche, fertigungstechnische Aspekte gleichermaßen berücksichtigen zu können.

In Phase 3 erfolgte schließlich eine präzise Validierung und Evaluierung der Befragungen, die von diversen Analysen und Recherchen begleitet und basierend auf bisherigen Leichtbaustudien der AMC in einem Ergebnisbericht zusammengefasst wurden. Dieser wiederum basiert auf 15 explorativen Interviews und 34 Tiefenbefragungen, die mit Leichtbau-Spezialisten von OEMs, Zulieferern, Entwicklungsdienstleistern, Forschungsinstituten und wissenschaftlichen Partnern durchgeführt wurden. Die befragten Experten stammen überwiegend aus den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie „Industrial Engineering“.

Rainer Kurek ist Geschäftsführender Gesellschafter der Automotive Management Consulting (AMC).
Rainer Kurek ist Geschäftsführender Gesellschafter der Automotive Management Consulting (AMC). (Bild: Stefan Bausewein)

In welcher Form werden Sie Ergebnisse der Studie auf der Composites Europe beziehungsweise dem Lightweight Technologies Forum vorstellen?

Freier: Die Studie wird am 20. September um 14 Uhr im Lightweight Technologies Forum vorgestellt. Dargestellt werden der Status quo und die Trends und künftigen Herausforderungen des multimaterialen Leichtbaus. Fachbesucher, die Interesse an dem Management Summary haben, erhalten diesen kostenfrei gegen eine Registrierung vor Ort am Info-Counter des Lightweight Technologies Forum. Die komplette Studie ist in gebundener Form ebenso vor Ort käuflich zu erwerben.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie mit für die Weiterentwicklung Ihrer Messe- und Kongress-Angebote rund um das Thema Leichtbau?

Freier: Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass eine Lösung hinsichtlich der Fragen zu Umwelt und Energieeffizienz für die Automobilindustrie und anderen Branchen nur im multimaterialen Ansatz zu finden sein wird. Sie bestätigt uns auch, dass wir das Thema Leichtbau materialübergreifend in dem Konzeptansatz des Lightweight Technologies Forum richtig bedienen können. Auf Basis der herausgearbeiteten Themen werden wir für 2018 das Konzept weiterentwickeln. Neben den bisherigen Präsentations- und Kommunikationsmodulen werden wir auch weiter mit Studien gezielt Fragen unser Anwendungsindustrien aufgreifen und vertiefen. Mit dem Forum wollen wir die laufenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Automobilindustrie hinsichtlich verbrauchsärmeren und abgasoptimierten Fahrzeugen unterstützen.

Welche Tendenzen und Entwicklungen zeigt die Studie rund um das Thema Leichtbau? Wo sind Innovation erforderlich und zu erwarten?

Kurek: Da die Energiebilanz künftiger „Niedrigenergie- und Niedrigemissionsfahrzeuge“ vor allem auch von wirksamem Leichtbau abhängen wird, zeigt die Tendenz klar in Richtung integrative Fahrzeugkonzepte, in denen innovativer Funktions-, Werkstofftechnik-, Verbindungstechnik-Leichtbau verknüpft wird. Durch die anspruchsvollen Emissionsvorschriften und den damit korrespondierenden technischen Anforderungen ist ein systemischer, ganzheitlicher Leichtbau zu einem wesentlichen Innovationstreiber geworden. Preiswerte Lösungen erfordern darüber hinaus, dass die Werkstoffe, die allesamt Vor- und Nachteile für Komponenten des Automobilbaus aufweisen, jeweils stärkenkonform miteinander verknüpft und gemäß den (Lastenheft-)Anforderungen eingesetzt werden. So zeigt die Marktstudie auch, dass hybrider Leichtbau und Mischbauweisen weiterhin an Bedeutung gewinnen werden.

Auch hier stehen Effizienz und Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um Sicherheitsanforderungen, Recycling-Fähigkeit, Energiebilanz, Umwelt- und Klimaschutz, Reparaturfreundlichkeit in Schwellenländern etc. prozesssicher erfüllen zu können. Neben diesen technologischen Tendenzen und Entwicklungen gilt es laut der befragten Experten auch das Marketing für systemische, integrative, umfassende und hybride Leichtbau-Lösungen gezielt zu verbessern. Leichtbau erzielt lediglich einen indirekten Endkundennutzen, das heißt Leichtbau wird nur in Form seiner Auswirkungen wahrgenommen: etwa niedriger Verbrauch, geringere Schadstoffemissionen oder bessere Fahrdynamik.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zum Beitrag schreiben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44897784 / Leichtbau)