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Automobilzulieferer unter Zugzwang Studie: Strategien erfolgreich mischen

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Die Zulieferer geraten zunehmend unter Druck. Laut einer Accenture-Studie seien jedoch diejenigen erfolgreich, die sich nach der Produktpositionierung richten.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Automobilzulieferer geraten aufgrund des wachsenden globalen Wettbewerbs und enormen Preisdrucks immer stärker unter Zugzwang. Laut Accenture-Studie seien Umstrukturierungen und Verlagerung der Produktion ins Ausland nahezu unumgänglich, um im internationalen Wettbewerb langfristig bestehen zu können. Wie eine Sieben-Jahres-Analyse der 31 größten internationalen börsengehandelten Automobilzulieferer zeigt, seien dabei vor allem diejenigen Zulieferer erfolgreich, die ihre Wettbewerbsstrategien und Geschäftsmodelle konsequent an der Positionierung ihrer Produkte ausrichten.

Großvolumen vs. Nische

Hersteller von großvolumigen Basisteilen könnten sich lediglich über den Preis differenzieren. Das Geschäftsmodell dieser so genannten Niedrigpreisanbieter ist darauf ausgerichtet, die Kostenführerschaft in ihrem Segment zu erzielen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Optimierung des Material- und Produktionskostenanteils. Die Einsparungspotentiale in diesem Kostenblock werden vor allem durch Auslagerungen von Beschaffung und Produktion in Länder mit geringen Lohnnebenkosten wie Osteuropa, Indien oder China erzielt. Automobilzulieferer, die hingegen auf komplexe und hoch technisierte Produkte spezialisiert sind (z.B. Zulieferer von Elektrowaren, Sicherheitssystemen etc.), heben sich durch Differenzierungs- und Innovationstrategien von ihren Konkurrenten ab. Diese so genannten Nischenanbieter nehmen eine technologische Vorreiterrolle am Markt ein und sind dadurch in der Lage, ihre Produkte im Hochpreis-Segment anzusiedeln. Im Gegensatz zu den Kosten für die Basisteile wird der finanzielle Aufwand für diese innovativen Produkte dem Endkonsumenten durch den Automobilhersteller direkt über den Fahrzeugpreis in Rechnung gestellt.

Mix verspricht Erfolg

Laut Accenture-Studie haben einige Zulieferer diese beiden Strategien erfolgreich miteinander kombiniert und bieten sowohl Volumenprodukte als auch hoch technisierte Produkte in ihrem Portfolio an. Erfolg versprechend ist die Strategie der sogenannten „hybriden“ Hersteller jedoch nur, wenn die Verantwortungsbereiche der beiden Produktlinien klar von einander getrennt sind. Gemein ist den beiden ungleichen Produktlinien lediglich eine übergeordnete Holding, unter der sie am Markt auftreten.